Pädagogische Ziele, Methoden und Aktivitäten

Soziales Lernen

Neben der Entfaltung der eigenen Per√∂nlichkeit ist das Erlernen unterschiedlichster sozialer Verhaltensweisen bis hin zur Gruppenf√§higkeit von zentraler Bedeutung f√ľr die Kinder.

Kindergartenbesuch hei√üt f√ľr viele Kinder die ersten und damit pr√§genden sozialen Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Erwachsenen in einer festen Gruppe zu machen.

Dies kann wegweisend f√ľr alle nachfolgenden Gruppenerfahrungen sein und deswegen ist der qualifizierten Begleitung und Hilfestellung von Erzieherseite besondere Bedeutung beizumessen.

Dieses soziale Lernen findet in erster Linie

- im Freispiel,

- in der Kleingruppenarbeit,

- im gruppen√ľbergreifenden Arbeiten,

- beim Feste feiern,

- beim systematischen Aufbau von Konfliktlösungsverhalten,

- bei bewußter Hilfestellung beim Ablösen vom Elternhaus

(zum Kindergarteneintritt)

- der gezielten Begleitung in der Ablösungsphase

(zum Schuleintritt),

- innerhalb spezifischer Rahmenplänen zu sozialen Themen

wie z.B. "streiten und vertragen", "meine Gruppe und

ich", "vom ich zum wir", "Freundschaft" usw.

statt.

Ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Sozialerziehung ist gerade in der heutigen Zeit die Gewaltprävention.

Interkulturelles Lernen

Transkulturelles Lernen ist bereits eine Weiterentwicklung des Interkulturellen Lernens.

Transkulturalität geht auf die tatsächliche heutige Situation in Gesellschaften ein. Durch Migration, Kommunikationssysteme und ökonomische Abhängigkeiten sind die Kulturen miteinander verwoben.

Transkulturelle P√§dagogik soll den Kindern dabei helfen, die Selbstverst√§ndlichkeiten der eigenen Kultur zu √ľberschreiten. Wenn erkannt wird, dass die Deutung einer fremden Kultur eine Deutung der eigenen Kultur mit einschlie√üt, ist dies eine Voraussetzung f√ľr das Lernen von fremden Kulturen.

In diesem Sinn ist transkulturelle Erziehung auf den Dialog angelegt und fördert die kulturelle Selbstreflexion wie ein verbessertes Verstehen des Fremden.

Konkret in unserer Praxis bedeutet dies durch entsprechende Wertevermittlung, gegenseitigem voneinander Lernen und dem t√§glichen Ein√ľben von Toleranz und Akzeptanz im interkulturellen Miteinander bewusst das Interesse an anderen Kulturen und Sprachen bei den Kindern zu wecken.

Da wir √ľberzeugt sind, dass in einer modernen Gesellschaft diese transkulturellen Kompetenzen in Zukunft immer mehr gefragt sein werden, haben wir ihr Erlernen zu einem unserer Schwerpunkte gemacht.

Deutsche Kinder wie Kinder mit Migrationshintergrund profitieren davon gleichermaßen. Ganz praktisch heißt dies beispielsweise, bei zahlreichen Gelegenheiten in unserem pädagogischen Alltag, greifen wir unterschiedliche Sprachen z.B. im täglichen Stuhlkreis auf, singen Lieder in verschiedenen Sprachen, pflegen Sitten und Gebräuche anwesender Kulturen, gestalten eigene Rahmenpläne zu internationalen Themen und feiern gemeinsam Feste der unterschiedlicher Kulturen.

Durch gezielte Gespräche, Geschichten und Rollenspiele fördern wir bewusst den Abbau von Vorurteilen.

Außerdem können Eltern in der Kindergruppe ihr Herkunftsland vorstellen. Das heißt, wir nutzen bewusst unsere Vielfalt an unterschiedlichen Kulturen in der Einrichtung, um allen Kindern wichtige und zukunftsorientierte Kompetenzen zu vermitteln.

Werteorientierung und Religion

Wir als Evang. Kindergarten sehen einen Schwerpunkt unserer päd. Arbeit in der kindgemäßen Außeinandersetzung mit religiösen Inhalten und Werten z.B. durch

  • feiern von religi√∂sen Festen
  • Geschichten zu religi√∂sen Themen
  • religi√∂se Lieder
  • Gebete
  • Einzel- und Gruppengespr√§che zu religi√∂sen Themen
  • Meditationen
  • Rollenspiele
  • Bilderb√ľcher
  • biblische Geschichten in den kindlichen Alltag umsetzen
  • Malen und Gestalten zu biblischen Geschichten
  • Kirchen- und Friedhofsbesuch
  • Gestaltung von Familiengottesdiensten
  • Zusammenarbeit mit dem Seniorenkreis der Gemeinde
  • Mitgestaltung des Adventskalenders

Besonders wichtig ist es uns, den Kindern Grundelemente des Glaubens wie Geborgenheit, Vertrauen und Zuwendung in der Gruppe erlebbar zu machen.

Dar√ľber hinaus schaffen wir eine Atmosph√§re in der die Kinder elementare und existenzielle Fragen ihres Menschseins (z.B. "Wer bin ich?"; Frage nach dem Tod; Frage nach Gott usw.) stellen k√∂nnen und wir als Ansprechpartner individuell darauf eingehen.

Ein zentrales Anliegen ist uns die Vermittlung von Toleranz und Akzeptanz anders Gl√§ubigen gegen√ľber. Dies setzen wir um, indem wir uns aktiv f√ľr andere Religionen interessieren und bewu√üt in einen Austausch gehen.

Z.B. besuchen wir eine Moschee oder Eltern erzählen in der Gruppe von ihrem Glauben usw.

Sprache

Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen (zunehmende Sprachschwierigkeiten) stellt die Spracherziehung in unserer Arbeit einen absoluten Schwerpunkt dar.

Damit die Sprachentwicklung der Kinder auf spielerische Art und Weise unterst√ľtzt und gef√∂rdert wird, bieten wir eine Reihe von abwechslungsreichen Angeboten und Aktionen an:

- Gespräche im kleinen und großen Kreis zu

unterschiedlichen Themen

- Freie und angeleitete Rollenspiele

- Tischtheater

- Handpuppenspiel

- Geschichte, Gedichte und Reime f√ľr Kinder

- Unterschiedlichste Sprachförderspiele

- Projektarbeit mit Kindern zum Theater spielen

- Bilderbuchbetrachtungen in Kleingruppen

- Frei zug√§ngliche B√ľcher im Freispiel

- Lieder singen

- Kennen lernen fremder Sprachen durch Lieder, Spiele,

Reime usw.

- Spezielle Einzel- und Kleingruppenförderung rund um die

Sprache

Durch ein gutes Sprachvorbild und intensivster Sprachförderung(einzeln oder in Kleingruppen) im Alltag versuchen wir Sprachschwierigkeiten und Sprachverzögerung aufzufangen und auszugleichen.

Informations- und Kommunikationstechnik, Medien

Die Medienerziehung der Kinder gestalten wir bewußt mit dem Ziel Alternativen zu einem unkontrollierten Medienkonsum zu schaffen.

Wir greifen die unterschiedlichsten Medienerfahrungen der Kinder auf und geben ihnen Möglichkeiten und Angebote diese zu verarbeiten und einen kritischen Umgang damit zu finden.

Z.B. durch gezielte Begleitung im Freispiel, durch Gespräche, Rollenspiele usw.

  • Eigene Rahmenpl√§ne zum Thema Medien
  • Einsatz von CD-Player zu verschiedenen Aktionen
  • Gezielte Angote z.B. basteln eines Fernsehers

Umwelt

Als Kindergarten in der Nähe des Stadtzentrums von Erlangen ist es uns ein großes Anliegen den Kindern aus unserem Einzugsgebiet vielfältige Begegnungen mit Umwelt und Natur zu ermöglichen z.B.:

- Exkursionen (Feuerwehr, Bäcker, Markt usw.)

- Ansäen und pflegen eigener Gartenbeete

- Kochen und backen in der Gruppe zu entsprechenden

Anlässen

- Problemgespräche zu unterschiedlichen Themen (z.B.

Umweltverschmutzung, Flutkatastrophe, Krieg)

- Rahmenpläne zu den Themen Umweltschutz und Natur

- Unterschiedliche Naturexperimente (z.B. Wasser, Erde,

Feuer, Luft)

- Naturvorgänge bewußt beobachten und thematisieren

- Bilderb√ľcher zu unterschiedlichen Sachthemen

- Ausfl√ľge und Aktionen um unterschiedlichste Themen

erlebbar zu machen (M√ľll, Kennenlernen der unmittelbaren

Umgebung der Kinder usw.)

- Förderung der lebenspraktischen Fertigkeiten der Kinder

besonders im Alltag

Ästhetik, Kunst und Kultur

Aspekte von Gestaltung und Kultur fließen immer wieder in unsere tägliche Arbeit mit den Kindern ein.

Beispielsweise durch spezifische Rahmenpl√§ne wie "Kunst f√ľr Kinder" und "Rund um's Mittelalter" oder durch gezielt ausgew√§hlte (nach √§sthetischen Gesichtspunkten)Spielmaterialien.

Desweitern machen wir den Kindern folgende unterschiedlichste Angebote in diesem Bereich:

- Museeumsbesuch (entsprechend der Rahmenpläne)

- Besuch der Stadtbibliothek (entsprechend der Rahmenpläne)

- Theaterbesuch

- Projekt zum Thema "Die Kultur der Indianer"

- Projektarbeit: "Wir gestalten unser eigenes Bilderbuch"

- Einsatz von speziellen Materialien (z.B. Kunstbilderb√ľcher, Bildbestrachtungen von Malern, Anh√∂ren klassischer Musik usw.) bringt den Kindern Kunst n√§her

- Elementare Begegnung mit kindgerechter Literatur und Poesie durch Geschichten, Gedichte, Reime und Bilderb√ľcher

- Wir geben Anregungen und Hilfestellungen durch unterschiedliche gezielte Angebote, um den Kindern die M√∂glichkeit zu geben, eigene k√ľnstlerische F√§higkeiten entfalten zu k√∂nnen.

Musik

In der fr√ľhkindlichen Musikerziehung sehen wir die Hauptaufgabe darin, die Freude an der Musik zu wecken und zu f√∂rdern.

Dies wird umgesetzt indem die Kinder Rhythmus, Klänge, Töne und Musik ganzheitlich erleben können.

Z.B.

- Rhythmus erleben durch körpereigene Instrumente wie klatschen, stampfen etc.

- Experimentieren und Einf√ľhren von Orffinstrumenten

- Herstellen von eigenen Musikinstrumenten

- Lieder singen zu verschiedenen Themen entsprechend der Rahmenpläne

- Lieder singen mit Instrumentenbegleitung (Gitarre usw.)

- Liegbegleitung mit Orffinstrumenten

- Gestaltung von unterschiedlichen Klanggeschichten

- Klassische Musik hören und umsetzen z.B. in Bewegung, Malen usw.

Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport

Besonders in der heutigen Zeit ist die Bewegungserziehung und die Schaffung unterschiedlichster Bewegungsm√∂glichkeiten f√ľr Kinder von besonderer Bedeutung.

Deshalb sind dies unverzichtbare Bestandteile in unserer t√§glichen Arbeit und so versuchen wir dem Bewegungsbed√ľrfnis der Kinder auf vielf√§ltigste Art und Weise gerecht zu werden.

Dies haben wir bei der Gartengestaltung und Ausstattung unserer Turnhalle besonders ber√ľcksichtigt.

Folgende Bewegungsangebote können die Kinder bei uns nutzen:

- Ausgiebiger täglicher Gartenaufenthalt

- Bewegungsbaustelle

- Erlebnisturnen

- Bewegungsspiele innen und außen

- Tänze

- Angeleitete Turnstunden mit unterschiedlichsten Klein- und Großgeräten (Trampolin, Rollbretter, Sprossenwand, Weichbodenmatte, Ball, Reifen, Seil usw.)

- Hängematten in den Gruppen

- Ausfl√ľge auf Spielpl√§tze in der n√§heren Umgebung

- Rhythmik

- Unterst√ľtzung und St√§rkung der K√∂rperwahrnehmung und K√∂rperbeherrschung durch spezielle √úbungen und Materialien zur Entwicklung eines gesunden K√∂rpergef√ľhls

Gesundheit

Unsere Aufgabe im Bereich der Gesundheitserziehung von Kindern sehen wir vor allem darin, Kinder f√ľr ihre seelische und k√∂rperliche Unversehrtheit zu sensibilisieren.

Aus diesem Grund fließen immer wieder Aspekte der Gesundheitsförderung in unsere tägliche Arbeit mit ein z.B.:

- Unterst√ľtzung und F√∂rderung der Kinder im Bereich der

lebenspraktischen Fähigkeiten (z.B. Körperhygiene)

- Gesprächsrunden zum Thema Gesundheit und Ernährung mit

Eltern und Kindern

- Projektarbeit zum Thema Gesundheit und Ernährung

- In regelmäßigen Abständen ein gemeinsames gesundes

Fr√ľhst√ľck

- Besuch des Zahnarztes

- Projektarbeit zum Thema Verkehrserziehung

(Schulwegtraining)

- Unterst√ľtzung und F√∂rderung der Kinder im Bereich K√∂rper-

und Sinneswahrnehmung

Dazu bieten wir reichhaltiges Material zur Sinneswahrnehmung z.B. Tastkasten, Riechspiele, Hörmemory usw.und einen Sinnenweg im Garten an.

Außerdem gibt es extra Rahmenpläne zum Thema Sinne und die Wahrnehmungsförderung fließt verstärkt in die gesamte Bewegungserziehung, Rhythmik und Psychomotorik mit ein.

Der kindgerechten Suchtprävention messen wir große Bedeutung zu.

Die differenzierte Sexualerziehung, in Absprache mit den Eltern, soll den Kindern zu einer gesunden sexuellen Entwicklung verhelfen.

Unsere Mittagsverpflegung f√ľr Kinder ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur gesunden Ern√§hrung unserer Kinder.

Sonstige

Weitere interessante Angebote und Aktionen im Laufe unseres Kindergartenjahres:

- Individuelle Geburtstagsfeier f√ľr jedes Kind in der Gruppe

- Gruppenabschiedsfeiern zum Abschluß eines jeden

Kindergartenjahres

- Fr√ľhlingsfest mit unterschiedlichen Eltern-Kind-Aktionen und einem

Eltern-Kind-Cafe

Die schulvorbereitende Fördergruppe findet gruppenintern an einem Vormittag statt. Alle Vorschulkinder einer Gruppe treffen sich hierbei in einer altersspezifischen Gruppe mit der Gruppenleitung.

Diese kann dabei die Kriterien der Schulf√§higkeit √ľberpr√ľfen.

So kann in die Beratung mit den Eltern in Bezug auf Einschulungsfragen noch eine gezielte, objektive Einschätzung mit einfließen.

Außerdem werden gezielt die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten wie z.B.

¬ē Selbst√§ndigkeit und Selbstverantwortung

¬ē Soziale Kompetenzen z. B. Gruppenf√§higkeit

¬ē Konzentrationsf√§higkeit und Ausdauer

¬ē Sprachliche F√§higkeiten - Begriffe, Grammatik und z.B. freies Sprechen vor der Gruppe

¬ē Lernfreude und Leistungsbereitschaft

¬ē Aufgabenverst√§ndnis und Arbeitshaltung

¬ē Merkf√§higkeit und logisches Denken

¬ē Phonologische Bewusstheit

¬ē Differenzierungsf√§higkeit und Zusammenh√§nge erkennen usw.

¬ē Farben, Formen, Mengen

durch Methoden wie Rollenspiele, Rhythmik, Problemgeschichten, Gruppenarbeit, Lernspiele, Malen etc. gefördert.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, die Freude an der Schule und am Lernen allgemein aufzubauen.

Zus√§tzlich soll den Kindern der √úbergang vom Kindergarten in die Grundschule durch Schulbesuche, Kennenlernen des Schulhauses und Besuch des Sch√ľlernests (Mittagsbetreuung), Teilnahme an Turnstunden, Aufenthalt im Pausenhof usw. erleichtert werden.

Diese Erfahrungen werden in der schulvorbereitenden F√∂rdergruppe bewusst aufgegriffen und mit kreativen Methoden verarbeitet. Dadurch k√∂nnen eventuelle √Ąngste der Kinder abgebaut und ein m√∂glichst gro√ües Verhaltensrepertoire im sozialen Miteinander vermittelt werden.

Ferner soll durch gezieltes Ablösen und Verabschieden in den jeweiligen Gruppen, so wie durch eine gemeinsame Feier aller Vorschulkinder ein gelungener Abschluss der Kindergartenzeit ermöglicht werden.