Pädagogische Ziele, Methoden und Aktivitäten
Soziales Lernen
IIm Stuhlkreis werden regelmäßig im Gespräch die Inhalte zu vorgegebenen und spontan entstehenden Themen erarbeitet. Dabei ist z.B. das nacheinander Sprechen und das teilnahmsvolle Zuhören ein wichtiges, erzieherisches Ziel, ebenso die Rücksichtnahme auf die jüngeren Kinder, die noch nicht die nötige Ausdauer haben können.
Beim täglichen gemeinsamen Frühstück werden Umgangsformen vermittelt; dazu gehört das gemeinsame Anfangen und das Teilen mit den Freunden.
Auch beim Anziehen für unsere Aufenthalte im Freien spielen aufeinander Warten und gegenseitiges Helfen eine Rolle.
Die Kinder übernehmen in wöchentlichem Wechsel kleine Ämtchen, wo sie unter Anleitung lernen zu fegen, zu wischen, Tisch zu decken und abzuräumen, den Kleineren beim Anziehen behilflich zu sein, etc. Dadurch lernen sie, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, und sie erleben, dass sie in der Lage sind, einen wichtigen Beitrag zu leisten und zum Gelingen beizutragen.
Im Kreativbereich (zweite Spielebene) und in der Spielküche spielen die Kinder Rollenspiele, wo sie auch aktuell besprochene und erlebte Themen aufarbeiten; z.B. "Mutter-Kind-Spiel", "Wir machen eine Schiffsfahrt", "Es brennt - die Feuerwehr kommt", Besuch beim Zahnarzt...und andere, die unser Jahresthema beinhaltet.
Mit unseren Vorschulkindern machen wir jedes Jahr einen Ausflug und ein abschließendes Fest, zu dem die Eltern eingeladen sind
Da unsere am Kindergartengrundstück lebenden Schafe "Lotta und Luna" jedes Frühjahr Nachwuchs bekommen, dürfen sich unsere Kinder auch an der Pflege und Betreuung der kleinen Lämmer beteiligen. Sie helfen beim Füttern, falls nötig mit der Flasche, und beim Weidegang.
Der Aufenthalt im Freigelände, Waldspaziergänge und Besuche bei Fischweihern vermitteln den Kindern den Lebensraum von Tieren.
Die gemeinsamen Feiern und deren Vorbereitung mit gestalterischen Beiträgen durch Kinder und Eltern spielen für den sozialen Umgang gleichermaßen eine Rolle. Neben den Geburtstagen von Kindern und Mitarbeiterinnen gibt es insbesondere im Herbst das Kartoffelfeuer mit unseren selbst angebauten Kartoffeln, bei dem sich alten und die neuen Familien gegenseitig kennenlernen können; den Laternenumzug mit einer St.-Martinsaufführung durch die Kinder, eine Nikolausfeier (natürlich mit einem stattlich gekleideten Bischof Nikolaus), eine Adventsfeier im Wald, eine Faschingsfeier unter einem jeweils passenden Motto und zum Jahresabschluss ein großes Sommerfest mit der Aufführung eines selbstentwickelten Musicals, passend zu Jahresthema, bei dem alle Kinder mitwirken.
Interkulturelles Lernen
Themenorientiert wird darauf eingegangen, dass Menschen anderer Kulturen eben auch andere Lebensgewohnheiten und Bräuche haben. Dies ist immer gerade in Bezug auf unsere Kindergartenkinder mit ausländischen Wurzeln sehr spannend. Einige Jahre unterstützten wir mit verkauften Bastelarbeiten einen behinderten Jungen aus Burundi in Afrika. Sein Onkel, ein großer Afrikaner mit tiefschwarzer Hautfarbe, besuchte auch unseren Kindergarten, als er in Deutschland war. Besonders lecker ist es, wenn die Eltern aus anderen Ländern bei uns im Kindergarten ihre speziellen Gerichte kochen und alle einmal probieren dürfen.
Werteorientierung und Religion
Die christlichen Feste im Jahreskreis (St. Martin, Nikolaus, Weihnachten, Ostern, etc.) werden gemeinsam gefeiert und auch mit ihrem religiösen Hintergrund angesprochen. Feste, Gebräuche und Riten anderer Religionen finden ihren Platz in den verschiedensten Kontexten.
Sprache
KOMMUNIKATION
- Den ganzen Tag über gibt es vielfältigste Anlässe zur Kommunikation: Bei der Begrüßung und beim Ankommen, im thematischen Stuhlkreis, beim gemeinsamen Spiel, beim Betrachten und Vorlesen von Büchern, beim kreativen Arbeiten, in Helfersituationen, beim gemeinsamen Frühstück, am Spielplatz, beim Kochen und Mittagessen, am Ende des Tages - dies alles sowohl in Gruppen- als auch Einzelsituationen. Immer haben die Erzieherinnen dabei im Auge, dass die Kinder gehört werden, aussprechen können, bei Fehlerhaftem wird behutsam korrigiert, Schüchterne werden ermuntert sich einzubringen, Ungeduldige lernen, auch einmal zu warten, bis sie drankommen. Es ist ein pädagogisches Begleiten und Anleiten über den ganzen Tag.
- Situationsgemäß werden Konfliktlösungen durch intensive Gespräche mit den Kindern erarbeitet. Dabei werden sie angeregt, aktiv mitzudenken und eine für alle befriedigende Lösung zu finden. Unser Anliegen ist es, dass die Kinder lernen, ihre Konflikte friedlich zu lösen, um ihnen einen gewaltfreien Umgang zu ermöglichen. Das Spielen mit Waffen lehnen wir ab.
- Erlebtes und das, was die Kinder beschäftigt, bringen die Kinder während des Kindergartenvormittags spontan oder im Morgen- oder Stuhlkreis ein.
- Bei verschiedensten Gelegenheiten werden den jüngeren Kindergartenkindern größere zur Seite gestellt, die ihnen behilflich sind. Dabei ergeben sich Spiel- oder Lernsituationen und Gespräche, die die Kinder u.U. nicht von sich aus gesucht hätten.
SPRACHERZIEHUNG
Bei den Gesprächen im Stuhlkreis wird darauf geachtet, dass die Kinder deutlich sprechen und verständlich in ganzen Sätzen ihre Beiträge vorbringen. Jüngere und zurückhaltendere Kinder werden aktiv zur Teilnahme ermutigt und es wird ihnen die nötige Zeit eingeräumt. Die Kleingruppe erlaubt es hierbei, auf jedes Kind mit seinem Stand besonders einzugehen und der Entwicklung entsprechend zu fördern. Auch für die Kinder ist es in dem kleinen Rahmen leichter möglich, Mut zu entwickeln und Neues auszuprobieren.
Vor dem Frühstück werden die Kinder von jeweils einem Kind durch Klatschen der Namen zum Händewaschen geschickt. Dadurch wird das Silbenklatschen ganz selbstverständlich geübt.
Auch bei Gesellschafts- und Lernspielen wird die Sprachentwicklung gefördert.
In den wöchentlichen "Maxi-Stunden" (Vorschule) wird das phonologische Bewusstsein noch vertiefter geschult, mittels spezieller Aufgaben und Spiele.
Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen nehmen am Deutsch-Vorkurs teil. Dieser findet eineinhalb Jahre vor der Einschulung im Kindergarten und im letzten Jahr in der Heinrich-Kirchner-Schule statt.
Informations- und Kommunikationstechnik, Medien
Im Kindergarten befinden sich viele Bilderbücher, von denen immer eine gezielte Auswahl in der Leseecke aufliegt. Vorgelesen wird auf dem gemütlichen Sofa in unserer Leseecke, in der dann jeweils wie eine Traube von Kindern um den Vorlesenden herum sitzen.
Gelegentlich werden Musikkassetten und CDs eingesetzt. Für die Veranschaulichung aktueller Themen werden Ausdrucke eigens aufbereiteter Bildmaterialien verwendet
Umwelt
Durch den täglichen Aufenthalt auf dem großzügigen Freigelände des Kindergartens erleben die Kinder eine besondere Nähe zur Natur, zu unseren Tieren und den Gegebenheiten der vier Jahreszeiten. Sehr gerne bewegen sie sich im Spielplatzbereich und dem abwechslungsreichen Gelände.
Angrenzend an das Spielplatzgelände befinden sich ein Gewächshaus und ein Acker, wo die Kinder mithelfen, Gemüse anzupflanzen, zu pflegen und zu ernten Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis, wenn die Kinder mitverfolgen können, wie sich aus einer Kartoffelknolle im Laufe des Sommers eine große, grüne Pflanze entwickelt (auf der sich dann oft Kartoffelkäfer tummeln und abgesammelt werden müssen), man im Herbst aber dann in der Erde nach den neuen Kartoffeln buddeln muss - und wie viele da aus einer Knolle sich entwickelt haben. Werden diese Kartoffeln dann gemeinsam mit Graciela zu einer leckeren Mahlzeit verarbeitet, schmeckt es gleich doppelt so gut (siehe ausführliches Konzept: „Mit den Kindern gemeinsam das Essen frisch vom Acker auf den Tisch“).
Wir haben auch Schafe, bei deren Versorgung die Kinder mithelfen. Fast jedes Jahr muss ein Lamm mit der Flasche aufgezogen werden. Auch hier helfen die Kinder mit
Wir arbeiten auch mit dem Umweltamt zusammen So haben wir eine Obstbaumpflanzung zusammen mit dem Umweltamt durchgeführt, bei der einzelne Kinder Patenschaften für die von ihnen gepflanzten Bäume übernommen haben:
Link: http://www.erlangen.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-109/1195_read-9857/
Beim Experimentieren mit Wasser oder Licht / Dunkel lernten die Kinder naurwissenschaftliches Vorgehen (Versuchsaufbau), genaues Beobachten und Beschreiben und darüber die naturwissenschaftlichen Phänomene anschaulich kennen.
Beim jährlichen Natur- und Umweltfest „Es lefft was am Dummets“ ist der Kindergarten immer als Organisator und Mitveranstalter vertreten.
Ästhetik, Kunst und Kultur
Die Erzieherinnen basteln mit den Kindern passend zur Jahreszeit und zum Thema die jeweilige Raumgestaltung.
Wir bieten im Herbst sowie im Frühjahr eine Bücherausstellung in den Kindergartenräumlichkeiten an. Vorlesen hat einen festen Platz am Vormittag und wird zum Teil durch ehrenamtliche Kräfte durchgeführt.
Musik
- Täglich wird im Stuhlkreis miteinander gesungen und musiziert. Bereits die Begrüßung am Morgen wird musikalisch begleitet, ebenso das Aufräumen und der Ausklang des Frühstücks. Die leitende Erzieherin macht täglich von der jederzeit griffbereiten Gitarre Gebrauch und die Kinder nutzen oft die Möglichkeit zur Begleitung mit weiteren Instrumenten aus dem Orff-Instrumentarium sowie beim Spielen von Klanggeschichten.
- Alle Feste des Jahreskreises werden musikalisch von den Kindern untermalt. Passend zum jeweiligen Jahresthema werden eine Vielzahl von Liedern einstudiert, aus dem überlieferten Liedgut oder von neuen Liedermachern. Beim Sommerfest führen die Kinder in der Gruppe vor ihren Eltern gemeinsam ein selbstgedichtetes und -inszeniertes Musical mit selbst gestalteten Kulissen auf.
Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport
- Bewegungsspiele werden regelmäßig angeboten.
- Rausgehen in die Natur und Spaziergänge sind ein wichtiger Bestandteil im Tagesablauf.
- Die Möglichkeiten zum Klettern, Schaukeln, Rutschen, Springen, Laufen, Balancieren und für Ballspiele auf dem abwechslungsreichen Freigelände um den Spielplatz herum werden von den Kindern gerne genutzt.
- Turnen und Bewegungserziehung im Außenbereich wird im Sommerhalbjahr regelmäßig durchgeführt.
Gesundheit
- Händewaschen wird zur Hygiene vor und nach unseren Mahlzeiten und auch nach dem Aufenthalt im Freien praktiziert.
- Anleitung zum richtigen Verhalten zur Verhütung von Krankheiten
- Beim täglichen gemeinsamen Frühstück und dem selbst gekochten Mittagessen wird immer wieder darüber geredet, was gesunde und weniger gesunde Nahrungsmittel sind.
- Jährlich kommt der Zahnarzt in den Kindergarten und vermittelt den Kindern den richtigen Gebrauch der Zahnbürste.
- Keine Wetterlage hindert uns daran, täglich Zeit im Freien zu ve
rbringen (getreu dem Motto: "Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung").
- Bei Ausflügen wird das richtige Verhalten im Verkehr geübt.
- Durch das Heranführen an Küchengeräte und Werkzeuge wird der Umgang mit gefährlichen Gegenständen geübt
- Durch die Rückzugsmöglichkeit in die Kuschelecke und die Leseecke sind Phasen der Ruhe und Stille möglich. In der Mittagszeit ist durch die geringe Kinderzahl (max. 10 Kinder) ein Ausruhen oder ein ruhiges Spielen möglich. Mittagsschlaf ist bei uns nicht möglich.
- Durch Feuerschutzübungen üben die Erzieherinnen das richtige Verhalten im Brandfall.
- Durch einen Erste-Hilfe-Kurs wird das richtige Verhalten bei Unfällen und Verletzungen geübt.
Sonstige
VORSCHULERZIEHUNG
Sobald ein Kind in den Kindergarten kommt, beginnt im weitesten Sinne die Vorbereitung auf die Schule. Alles, was es an Fähigkeiten und Wissen in oben genannten Bereichen erwirbt, hilft ihm, in der Schule zurecht zu kommen. Zusätzlich werden an einem Vormittag in der Woche die Vorschulkinder zusammen spielerisch aber doch schon schulähnlich unterrichtet. In diesen „Maxi-Stunden“ werden alle Bereiche altersentsprechend vertieft.