Pädagogische Schwerpunkte / Konzeption

Unser Bild vom Kind

Lange Zeit gab es in der Pädagogik ein defizitorientiertes Bild vom Kind. Das heißt, ein Kind wurde als unfertiges Wesen angesehen, dem das Leben beigebracht werden müsse. Dieses Bild hat sich heute grundlegend gewandelt. Nicht mehr die Defizite eines Kindes stehen im Vordergrund, sondern ein Kind wird als „Akteur seiner selbst“ gesehen, das aus seinen Möglichkeiten heraus Lernprozesse organisiert und Erfahrungen selbständig erarbeitet. Ein Kind ist von Anfang an Sozial- und Kommunikationspartner. Es eignet sich aus sich selbst heraus die Welt an, reflektiert das Wahrgenommene und entwickelt die Fähigkeit, zu lernen. Hier geschieht Bildung. Durch die hohen Lern- und Entwicklungspotentiale in den frühen Lebensjahren entsteht so die Grundlage für die eigene Lern- und Bildungsbiografie.

Als „Akteure ihrer selbst“ sind Kinder Persönlichkeiten mit eigener Biografie und mit eigenen Fähigkeiten, Begabungen und Interessen. Diese Eigenständigkeit der Kinder berücksichtigen wir, indem wir ihnen mit Achtung und Würde begegnen und offen sind für ihre Bedürfnisse und den Erfahrungsreichtum, den sie mitbringen.

Wir sehen Erziehung als ganzheitlichen Prozess, in dem wir Kinder aktiv begleiten und ihnen Spielräume schaffen zur Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses ist das ständige Reflektieren des eigenen Denkens und Handelns als Erzieher, da sich die Kinder an unserem Vorbildverhalten orientieren.

Wir sind Vorbild, zu jedem Zeitpunkt. Durch geregelte Strukturen in unserer Arbeit schaffen wir einen verbindlichen Rahmen, der den Kindern Sicherheit und Orientierung bietet und die Möglichkeit zu eigenverantwortlichem Handeln gibt.

Kinder müssen spüren, dass sie ernst genommen werden. Sie müssen sich unserer Wertschätzung sicher sein, damit die Grundlage für ein echtes Vertrauensverhältnis gegeben ist.

Ihrem Alter und Entwicklungsstand gemäß brauchen die Kinder Freiräume, aber auch verlässliche Grenzen und verständliche Regeln, damit sie sich zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln können.

Durch immer wiederkehrende Rituale im Tagesablauf unserer Einrichtung bekommen die Kinder Orientierung und die Sicherheit, die sie benötigen.

Pädagogische Ziele und deren Umsetzung

Pädagogische Schwerpunkte

Die Grundsätze der Pädagogik nach unserem christlichen Glauben, das Prinzip der Integration und das Verständnis der frühen Pädagogik als elementare Bildung der gesamten Persönlichkeit hat als Konsequenz auf der Basis des heutigen elementarpädagogischen Wissens die Handlungsmaxime, dass Kinder Räume brauchen, um ihre selbstinitiierten und selbstorganisierten Projekte verwirklichen zu können. Dies geschieht in einem koedukativen Prozess mit den Erzieherinnen.

Im Prozess der individuellen, sowie der gesellschaftlichen Integration hat Sprache einen hohen Stellenwert, da sie mehrere Funktionen erfüllt. Sprache ist Medium für alltägliche Kommunikation und auch eine Ressource insbesondere bei der Bildung.

Obwohl viele Kinder im Stadtteil zweisprachig aufwachsen und die Zweisprachigkeit eine besondere Kompetenz der Kinder darstellt, ist ein Kindergarten mit einem bilingualen Schwerpunkt nicht geeignet, um eine gute Bildungslaufbahn der Kinder zu unterstützen. Es gibt zwar einen hohen Migrantenanteil im Stadtteil, allerdings brauchen die Kinder nach der maßgeblichen Einschätzung der Lehrerinnen der Grundschule St. Leonhard besonders Förderung im Beherrschen der deutschen Sprache.

Schwerpunkt: Musikkindergarten

Musikerziehung ist nicht nur musische Bildung, sondern Persönlichkeitsbildung durch Musik.

Musik und Kunst bieten die pädagogischen Möglichkeiten der Anleitung, aber auch des Ausprobierens und Experimentierens.

Zudem ist Musik und Kunst eine Urform der Kommunikation. Musik und Kunst sind eine gemeinsame Kommunikationsebene für Kinder mit unterschiedlichen Muttersprachen und unterschiedlichem kulturellen Hintergrund.

Das Kind kann sich und Andere als schöpferischer Mensch, als soziales Wesen erfahren und lernt so Wertschätzung des Nächsten.

Schließlich erfolgt durch Musik unserer christlichen Überzeugung gemäß auch die Lobpreisung Gottes.

„Musik ... bildet Geist und Seele des Kindes weit über das musikalische hinaus. Sie erfasst das Kind, fördert Intelligenz, innere Ausgeglichenheit - Denken, Fühlen und Handeln gleichermaßen.“ Donata Elschenbroich

Nicht zuletzt kann im Leben eines Menschen die Beschäftigung mit Musik oder Kunst ein aktives und gestaltendes Hobby sein, welches vergleichsweise kostengünstig und in der sozialen Gemeinschaft realisiert werden kann wie z.B. Singen in Chören oder das Spielen von Instrumenten, wenn das musische Interesse von Kindern geweckt wird und es den Kindern ermöglicht wird, ihre Begabungen und Neigungen zu entwickeln.

Neben der Spiritualität und der Gemeinschaft mit Familie und anderen Menschen sind es häufig Musik und Kunst, die den Menschen wesentliche Teile ihres Lebensinhalts schaffen können und helfen können, schwierige Lebenslagen zu bewältigen.

Die genannten Prinzipien sind auch besonders förderlich für Kinder, die Eingliederungshilfen benötigen.

Da wir im CJD Nürnberg schon auf eine langjährige Erfahrung in der Förderung von Kindern mit besonderen Stärken und Schwächen zurückblicken können, werden wir auch gerne Kinder, die Eingliederungshilfen benötigen, aufnehmen.

Eigner der Immobilie in der Lilienstraße ist die katholische Kirchenstiftung St. Bonifaz. Gemeinsame christliche Werte und musische Arbeit bieten eine ideale Basis für Zusammenarbeit.

Bereits im CJD Kindergarten in der Grünstraße feiern Kinder, Mitarbeiter und Eltern, soweit es ihnen möglich ist, traditionell einen gemeinsamen Oster- und einen Erntedankgottesdienst. Andere christliche Feste wie z.B. Weihnachten werden als gemeinsame Feiern veranstaltet.

Eine der wesentlichsten kindlichen und menschlichen Fähigkeiten ist das Staunen, ob über kleine Dinge des Alltags oder über die Schöpfung. Nach Aristoteles ist das Staunen der Anfang des Denkens und der Philosophie.

Es ist unser Wunsch, Staunen und Glauben den uns anvertrauten Kindern zu ermöglichen. Wir freuen uns auf eine Einbeziehung in die Kirchengemeinde und werden gerne an Kindergottesdiensten teilnehmen bzw. solche mitgestalten.

Schwerpunkt: Integration und Multikulturelles Lernen

In der Erziehung von Kindern unterschiedlicher Herkunft liegen sehr viele Chancen in den interkulturellen Dialog zu treten. Das Auseinandersetzen und Verstehen, das Überwinden von Fremdheit und der Aufbau von Freundschaften ist eine wichtige Voraussetzung für ein friedliches Zusammensein. Kultur soll als etwas Positives und Bereicherndes gesehen werden. Toleranz und Akzeptanz, Vorurteile abbauen, sowie Verständnis für alle Kulturen gehören in den Erziehungsalltag.

„Es geht darum , die Zuweisung von ethnischen Identitäten und Rollen, das „Wir“ und das „Die“ zu durchbrechen.“ Zitat aus dem „Manifesto“ von Kanak Attak

Umsetzung

Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass alle wesentlichen Aspekte des Lernens und gemeinsamen Lebens im Alltag der Kinder integriert sein müssen.

Jede Erzieherin ist den Kindern Vorbild zu jedem Zeitpunkt.

Diese Aspekte sind bestimmend für den Jahresablauf und den Tagesablauf in der Kita.

Die religiösen Feste werden gemeinsam vorbereitet und gefeiert, ebenso wird vor den Mahlzeiten gebetet.

Ein Tag in der Kita umfasst viele der wesentlichen Bildungsinhalte in der Lebensrealität eines Kindes, selbständiges An- und Ausziehen, Körperpflege, Geben und Nehmen bei Tisch, gemeinsames Spielen, Lernen, Bewältigung von Konflikten ...

Im Tagesablauf achten wir auf ausreichend Bewegung und gesunde und ausgewogene Ernährung. Deshalb bieten wir den Kindern ein Frühstücksbuffet mit Rohkost, Milchprodukten und Müsli etc. an, sprechen wir den Speiseplan mit dem Fachpersonal unseres Bio-Caterers nach ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten ab, putzen die Kinder nach dem Essen die Zähne, achten wir auf Körperhygiene und vermitteln den Kindern einen wertschätzenden Umgang mit dem eigenen Körper. Neben Bewegungs- und Turnangeboten können die Kinder zu jeder Zeit den Garten für Bewegungsspiele nutzen.

Bewegung und Ernährung bilden die Basis für kindliche Gesundheit und den Start in ein gesundes und verantwortungsvolles Leben.

Um diesen pädagogischen Aspekten auch durch den gestalteten Raum die entsprechende Bedeutung geben zu können und damit die Kinder ein Bewusstsein für gesunde Ernährung auch durch das eigene Tun dauerhaft lernen können, soll die Kita mit einem besonderen Funktionsbereich, einer Lernküche ausgestattet sein.

Interkulturelle Erziehung soll im Erziehungsalltag als gesellschaftliche Voraussetzung und Bedingung und somit als durchgängiges Prinzip verstanden werden. Projekte über fremde Kulturen unter anderem durch das Aufgreifen der Herkunftsländer der Kinder und die Auseinandersetzung mit anderen Religionen wird ein weiterer Schwerpunkt in dieser Einrichtung sein, da der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in diesem Stadtteil sehr hoch sein wird.

Die Einrichtung soll offen für Eltern sein, demzufolge gibt es ein sogenanntes Mitmachzimmer, ein Funktionsraum, in dem neben Angeboten für Kinder auch Angebote für Eltern und Kinder stattfinden können, und in dem nach Vereinbarung evtl. auch Eltern selbstorganisiert Aktivitäten veranstalten könnten.

Ein mögliches Beispiel wäre die Durchführung von Integrationskursen für Eltern mit Migrationshintergrund nach der Öffnungszeit oder mit Kinderbetreuung. Das CJD Nürnberg ist anerkannter Träger für Integrationskurse.

Ergänzend werden in unserer Einrichtung verschiedene Kurse und Projekte zu Themen, die der Lebenswelt der Kinder entsprechen, angeboten, wie z.B. musikalische Früherziehung, Theatergruppe usw.

Kinder optimal fördern bedeutet für uns aber auch screenings der Sprachentwicklung, alltagsintegrierte Sprache im U3 Bereich nach dem DJI-Konzept und für die Kindergartenkinder Sprachförderung mit den „Osnabrücker Materialien“.

Ein musischer Schwerpunkt ergänzt das Grundsatz- und Raumkonzept und passt zum Sozialraum.

Zielgruppe

Die Kindertagesstätte CJD Nürnberg - St. Bonifaz befindet sich im Stadtteil Nürnberg -St. Leonhard, der trotz einer guten Infrastruktur im sozialen und kulturellen Bereich entwicklungsbedürftig ist. Der Stadtteil ist durch einen hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, durch kinderreiche Familien und durch viele erwerbslose Mitbürger geprägt. Die Stadtverwaltung ist bestrebt, hier ein regionales Netz von kulturellen und sozialen Einrichtungen zu schaffen.

Unsere Einrichtung wird von Kindern des Stadtteiles Nürnberg St. Leonhard, die Eingliederungshilfen benötigen, aus dem Stadtgebiet Nürnberg im Alter von 1 - 6 Jahren besucht.

Die Betriebserlaubnis unserer Einrichtung besteht für 49 Kinder.

Kinder unter 3

Nach Verabschiedung des KiföG (Kinderförderungsgesetz) suchen vermehrt Familien mit Kindern unter 3 einen Platz in einer Kindertageseinrichtung.

Für die Eingewöhnungsphase der unter 3-jährigen Kinder orientieren wir uns am Berliner Modell.

Methodisch arbeiten wir schwerpunktmäßig nach Emmi Pickler.

Pädagogik nach Emmi Pickler ist auf drei Grundpfeilern aufgebaut: die „freie Bewegungsentwicklung“, ohne dass ein Erwachsener in die kindlichen Entwicklungsprozesse eingreift, das „freie Spiel“, das bedeutet, dass wir Erwachsene den Kindern Raum und Zeit schaffen zum selbständigen Erkunden und Ausprobieren der ausgewählten Materialien. Außerdem ist „die beziehungsvolle Pflege“, d.h. alltägliche Handlungen in der Säuglingspflege, wie wickeln, baden, essen etc. insbesondere die dabei uneingeschränkte Aufmerksamkeit bei jeglichem Tun mit dem Kind, ein wichtiger Aspekt der Pikler-Pädagogik.

Zielsetzung

Alle Kinder sollen sich ganz selbstverständlich im Alltag erleben. Sie sollen ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen einbringen, die der anderen Kinder erkennen und respektieren und sie sollen sich als Gemeinschaft verstehen.

Die ErzieherInnen sollen die in der Regel höchst unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten eines jeden Kindes erkennen und darauf reagieren. Es geht um die Persönlichkeitsförderung eines jeden Kindes im Hinblick auf seine emotionale, kognitive und soziale Entwicklung.

Integration

In unserer Einrichtung leben viele unterschiedliche Kinder zusammen. Wir wollen die Kinder in ihrer Persönlichkeit und Besonderheit akzeptieren und sie in einem gemeinsamen gestalteten Alltag individuelle Erfahrungen sammeln lassen. In einer offenen Atmosphäre können alle Kinder eine gesellschaftliche Normalität erfahren, sich eigenständig entfalten, an Modellen des Handelns und Kommunizierens lernen und aneinander wachsen.

Bildung der Persönlichkeit

Wir schaffen einen Lebensraum, in dem Kinder lernen und ermutigt werden, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten anzunehmen und zu entfalten, um Kreativität, Selbstverantwortung, Fachkompetenz, Leistungswillen und Einfühlungsvermögen entwickeln und ausbilden zu können.

Bildungs- und Erziehungsziele

Allgemeine Grundsätze für die individuelle Förderung

Grundsätzlich kann hier an die Darstellung dieser Grundsätze in Teil 1 Kapitel 2 des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (Menschenbild und Prinzipien, die dem Bildungs- und Erziehungsplan zugrunde liegen) verwiesen werden.

In Kindertagesstätten geschieht die entscheidende Bildungsarbeit!

Integration bedeutet mehr als die Integration behinderter Kinder in Regeleinrichtungen - der Begriff Integration schließt alle Kinder ein!

Diese Maximen bedeuten einerseits Individualisierung im Sinn des Bildungs- und Erziehungsplans, bieten andererseits echte Chancengleichheit, da ein „gleich Behandeln“ im wörtlichen Sinn die Würde des einzelnen Kindes ignoriert. (vgl. auch die Empfehlungen des Forum Bildung)

Erprobte und wissenschaftlich evaluierte Methoden garantieren bestmögliche Förderung/Bildung der gesamten Persönlichkeit.

Wenige Bildungsprogramme für Kinder im Elementarbereich wurden in ihren langfristigen Wirkungen wissenschaftlich untersucht.

Die CJD Nürnberg - St. Bonifaz Kindertagesstätte beeinflusst die Bildungsarbeit entscheidend durch freie und standardisierte regelmäßige Beobachtung der Erzieherinnen, Dokumentation mittels Portfolios und regelmäßige Entwicklungsgespräche mit den Eltern (mindestens einmal jährlich) und Arbeiten mit angebotenen und offenen kindinitiierten Projekten.

Der Hirnforscher Wolf Singer betont, dass Kinder das lernen, was sie wollen.

Kinder wollen lernen, sie wollen alles über die Welt wissen.

Wir versuchen, dem Kind seiner Lebenswelt, seinen Fähigkeiten und seinen Bedürfnissen entsprechend den Raum zu bieten, den das Kind zu seiner Weiterentwicklung braucht (vgl. Lerngeschichten).

Basiskompetenzen

Interpersonale Kompetenz

Interpersonale Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Absichten, Motive und Wünsche anderer Menschen zu verstehen und dementsprechend in der Lage zu sein, erfolgreich mit ihnen zu kooperieren.

Die Kinder sollen lernen Grenzen und Regeln anzuerkennen und diese im Umgang mit sich selbst und anderen zu nutzen und somit das soziale Leben in der Gruppe zu unterstützen. Aus sozialer Kompetenz kann somit eine hohe soziale Performanz erwachsen.

Selbstkompetenz

Selbstkompetenz ist die Fähigkeit sich selbst zu verstehen, ein lebensgerechtes Bild der eigenen Persönlichkeit - mitsamt ihren Wünschen, Ängsten und Fähigkeiten - zu entwickeln und dieses Wissen im Alltag zu nutzen.

Durch Stärkung des Selbstbewusstseins soll das Kind Selbstvertrauen entwickeln und sich so annehmen wie es ist.

Das Kind soll lernen können und Raum haben, Gefühle anderer zu erkennen und damit umzugehen, eigene Bedürfnisse zu äußern, emotionale Stabilität zu entwickeln, die individuelle Persönlichkeit zu entfalten und ein realistisches Selbstbild und ein stabiles Selbstkonzept zu entwickeln.

Kognitives Leistungspotential

Jedes Kind bringt ein gewisses Maß an Leistungspotential mit. Durch Erlernen von Arbeitstechniken und verschiedensten Formen der Wissensvermittlung sollen die Kinder ihre eigene Leistungsfähigkeit erkennen und diese anwenden. Kinder sollen sich im späteren Leben mit Mut und Freude an neue Aufgaben wagen und Leistungsanforderungen selbstbewusst begegnen.

Phantasie und Kreativität

Phantasie und Kreativität steckt in jedem einzelnen Kind. Die Kinder sollen das Bedürfnis entwickeln Neues zu erfahren, Zusammenhänge zu erforschen und die Welt immer wieder neu entdecken lernen.

Durch das Schaffen von Freiräumen und individueller Angebote wollen wir die Experimentierfreude und Neugier der Kinder wecken und fördern. Phantasie und Kreativität sollen in allen Bereichen der verschiedenen Kompetenzen entdeckt und umgesetzt werden:

Eigenständigkeit der Kinder entwickeln und ihnen Freiräume zur Entwicklung eigener Individualität geben

Sprachliche Kompetenz

Logisch-mathematische und wissenschaftliche Kompetenz

Musikalische Kompetenz

Körperliche Kompetenz

Darstellend -künstlerische Kompetenz

Personale Kompetenzen

Entwicklung interkultureller Kompetenz

Kinderschutz

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe wurde in das Sozialgesetzbuch VIII der § 8a aufgenommen, der den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung präzisiert.

Mit der Vereinbarung wird der Schutzauftrag vom Jugendamt dem Träger bzw. dem CJD Nürnberg und seinen Mitarbeitern übertragen.

Auslöser der Wahrnehmung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII sind „gewichtige Anhaltspunkte“ für die Gefährdung des Wohls eines Kindes.

Gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung sind Hinweise oder Informationen über Handlungen gegen Kinder und Jugendliche oder Lebensumstände, die das leibliche, geistige oder seelische Wohl eines Kindes oder Jugendlichen gefährden, unabhängig davon, ob sie durch eine missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, durch Vernachlässigung des Kindes oder Jugendlichen, durch unverschuldetes Versagen der Eltern oder durch das Verhalten eines Dritten bestehen.

Kindeswohl gefährdende Erscheinungsformen sind:

Körperliche und seelische Vernachlässigung

Seelische Misshandlung

Körperliche Misshandlung

Sexuelle Gewalt

Kinderschutz beinhaltet neben der Kindeswohlgefährdung alle Aspekte der pädagogischen Arbeit und Vereinbarungen mit Eltern, die Kindern aufgrund von Erfahrungsinhalten optimalen präventiven persönlichen Schutz bieten können.

Ethische und religiöse Bildung und Erziehung, Emotionalität und soziale Beziehungen

Religiöse Erziehung

Die Vermittlung eines christlichen Menschenbildes ist uns sehr wichtig. Wir möchten den Kindern nicht nur Werte und Normen durch unsere Verhaltensweisen vorleben, was gerade bei dem Konzept der Integration wichtig ist, sondern auch biblisches Wissen vermitteln. Deshalb leben wir bewusst einen christlichen Alltag und feiern, den durch den Jahreslauf vorgegebenen Feste.

Dies geschieht durch:

• Gottesdienste mit der Gemeinde St. Bonifaz

• Lieder und Geschichten

• Tischgebeten

• Rollenspiele

• Kreatives Gestalten

• Gemeinsame Feste

Auch andere Religionen und Weltanschauungen werden einen wichtigen Teil unserer pädagogischen Arbeit einnehmen.

Werte- und Normenvermittlung

Die Wertevorstellung unserer Gesellschaft setzt sich zusammen aus der christlich-abendländischen Tradition sowie der Philosophie der Aufklärung, die sich beide im Grundgesetz wieder finden.

Wesentliche Elemente hiervon sind

1 die Würde des Menschen

2 die Achtung der eigenen Individualität

3 der Respekt vor der Individualität des Nächsten

4 die Toleranz gegenüber anderen Überzeugungen

5 das Streben nach Gerechtigkeit, vor allem nach gerechter Verteilung der Güter

6 die Demokratie im Sinne eines wechselseitigen Austausches von Meinungen um stets die für alle beste Lösung eines Problems zu finden

7 die Hinwendung zu den Benachteiligten im Sinne einer sozialen Gerechtigkeit

Die Kinder eignen sich Werte, Traditionen und Normen der Gesellschaft an, in der sie leben. Sie erfahren, dass sie mit ihrer ganzen Persönlichkeit auch von dieser Gesellschaft angenommen werden und erwünscht sind.

Geschichten und Gespräche

Gespräche in und mit der Gruppe dienen z.B. der Konfliktbewältigung, als Kinderkonferenz, zur Einführung von neuen Regeln und der Besprechung eines Tages. Während solcher Gespräche lernen die Kinder einen rücksichtsvollen Umgang miteinander und erleben erste Kommunikationsregeln. Auch zur Einführung eines neuen Themas wird diese Methode angewandt.

Geschichten, auch in Form von Bilderbüchern, können unterschiedliche Funktionen erfüllen. Zur Einführung und/ oder Vertiefung eines Themas, als Mittel zur Entspannung und als Rückzugsmöglichkeit, zur Sprachförderung, Erweiterung des Wortschatzes, zur Vermittlung von Wissen und mit einzelnen Kindern zum Aufbau von Beziehungen untereinander und zur Erzieherin.

Mit Geschichten und Bilderbüchern wird die Bereitschaft zur Reflexion ihres eigenen Verhaltens gefördert, da sie hier die Möglichkeit haben sich mit einzelnen Akteuren zu identifizieren.

Sprachliche Bildung und Förderung

Sprach- und Sprechförderung

Sprache ist das zentrale Mittel für Menschen, Beziehungen zu ihrer Umwelt aufzubauen und diese dadurch zu verstehen. Von besonderer Bedeutung ist dabei das soziale Umfeld. Über die Beziehung zu besonders vertrauten Personen wird Sprache erworben, über Sprache bildet das Kind seine Identität aus und entwickelt seine Persönlichkeit weiter. Durch die große Relevanz vertrauensvoller Beziehungen zwischen Kindern und erwachsenen Bezugspersonen für das Erlernen von Sprache und die Bedeutung der Sprache für den Aufbau von Beziehungen spielt die erste Sprache (Muttersprache) eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Persönlichkeit. Ihre sichere Beherrschung durch das Kind und ihre Akzeptanz in seinem sozialen Umfeld sind deshalb wichtige Voraussetzungen für alle darauf folgenden Schritte der kindlichen Entwicklung und des Lernens.

(Auszug aus den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen des Landes Rheinland-Pfalz, vgl. auch Bildungs- und Erziehungsplan des IFP, München)

1 Die kindliche Sprachentwicklung spielerisch fördern

2 Kreative Kompetenzen von Kindern in ihrem sprachlichen Ausdruck erweitern

3 Sensomotorische Erfahrungen ausbilden

4 Durch Flexibilität im sprachlichen Ausdruck die Vorstellungs- und Gedankenwelt der Kinder erweitern

5 Verbale Aktivitäten fördern

6 Sprache selbst als Form kreativen Denkens und Handelns entdecken und entwerfen

7 Mimische und körperliche Ausdrucksmöglichkeiten erweitern

8 Kommunikation fördern

Mathematische Bildung

Mathematische Bildung findet grundsätzlich im Alltag einer Kindertagesstätte statt, Mengen, Zählen, simultane Mengenerfassung u.s.w.

Naturwissenschaftliche und technische Bildung

Das kindliche Experimentieren findet im Alltag statt! Am Küchentisch, in der Badewanne, in der Wasserpfütze vor dem Haus oder im Kindergarten.

Wir bieten den Kindern Lernräume, wo sie systematisch und unter Anleitung forschen und experimentieren können:

Garten

Werkstätten

Kurse und Projekte

Offene Projekträume

Eigentlich die ganze Welt?!

Grundsätzlich gewähren wir unseren Kindern weit reichende Freiräume zu forschen und zu experimentieren.

Derartiges kindliches Forschen findet im Alltag statt und wird in unserer Gesellschaft zu oft als Unordnung oder Ähnliches interpretiert, wenn Kinder z.B. nachforschen wollen, wie Geräte „innen ausschauen“.

Der Freiraum für kindliches Forschen erfordert somit ebenso die unterstützende Haltung der Pädagogen wie physikalischen Raum und Materialien.

Umweltbildung und -erziehung

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt ist uns sehr wichtig!

Die Entwicklung einer positiven Haltung zur Natur und Umwelt, hängt ganz entscheidend davon ab, inwieweit Kinder Möglichkeiten zu Naturbegegnungen haben. In unserer Einrichtung wird das durch viele Exkursionen in die Natur, durch Beobachtungen von Tieren, Sammeln von Naturmaterialien und dem Betrachten von Natur- und Sachbüchern ermöglicht.

Durch das Aufgreifen von Umweltthemen wie

• Wasserverschmutzung

• Mülltrennung und -vermeidung

• Alternative Energien etc.

wird anhand von Gesprächen, Exkursionen und Bildmaterial das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und Umwelt gefördert.

• Waldtage

Die Kinder erleben gemeinsam Klettern, Schnitzen, Springen, Sammeln, im Wald essen und auch Hände waschen.

• Erlebnistage Wald und Höhle

Ein zusätzliches Angebot für die Vorschulkinder wird die Erlebnispädagogik sein.

Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung

Themen- und Jahreszeiten-bezogen werdenden Kindern verschiedene Angebote im kreativen Bereich angeboten. Diese werden mit verschiedenen Materialien und Techniken abwechslungsreich gestaltet.

Kinder haben sehr viel Spaß am eigenen Tun, sind offen und unvoreingenommen, haben Lust am Ausprobieren, lassen sich von ihren Gefühlen und Intuitionen leiten und lernen sehr stark durch das „Begreifen“.

Am Mal- und Basteltisch haben die Kinder die Möglichkeit, Erfahrungen mit Farben, Materialien, Techniken und verschiedensten Gestaltungsvarianten zu sammeln und umzusetzen. Hier können sie ihren Ideen bildnerisch-darstellend Ausdruck verleihen, Freude an der eigenen Kreativität erleben, ihrer natürlichen Neugierde nachgehen und Ausdauer entwickeln.

Musikalische Bildung und Erziehung

Viel Spaß haben die Kinder am gemeinsamen Erlernen von Liedern, Finger- und Kreisspielen, sowie Reimen und Gedichten. Dies wird in der täglichen Arbeit mit den Kindern praktiziert, sowohl im Morgenkreis als auch bei gezielten Angeboten in einer Kleingruppe.

Als weiteres Element der musischen Erziehung benutzen wir Orff- und Rhythmusinstrumente z.B. zur Liedbegleitung und Klanggeschichten.

Auch Tänze und Theaterstücke werden einen großen Stellenwert haben, da sich Kinder gerne in Rollen hineinversetzen und einfach mal jemand anderes sein wollen. Hinzu kommt, dass viele Kinder gerne sich mit ihrem Können präsentieren möchten.

Bewegungserziehung und -förderung, Sport

Das Kind braucht Raum um seinen persönlichen Bewegungsdrang in selbstverständlicher Weise nachzugeben.

Kinder bewegen sich auf dem Fußboden: krabbeln, robben, knien, liegen.

Kinder bewegen sich beim Umräumen: schleppen, schieben, tragen, rollen ziehen.

Kinder bewegen sich im Raum: bücken, strecken, stehen auf Zehenspitzen, öffnen

und schließen von Schubladen

Diese Möglichkeiten bieten sich während des gesamten Tages durch das Alltagsgeschehen im Kindergarten.

Im wöchentlichen Rhythmus findet eine Bewegungsstunde in der Turnhalle statt. Diese beinhaltet:

• Gymnastik

• Rhythmik

• Sinnesübungen

• Bewegungs- und Wettspiele

• Bewegungsbaustelle

• Arbeiten mit Kleingeräten (Bälle, Reifen, Seile.....)

Mit dieser Turnstunde verfolgen wir die Ziele Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Materialerfahrung, Körperwahrnehmung und natürlich Spaß an Bewegung.

Anstatt der Bewegungsstunde in der Einrichtung können flexibel Exkursionen zu Plätzen in der Umgebung statt (z.B. Spielplatz...) stattfinden.

Regelmäßig finden Waldtage statt.

Erlebnispädagogische Arbeit wird ein Ziel unserer pädagogischen Arbeit sein. Die Kinder gehen in den Wald, begehen Höhlen, machen Abseil-Übungen u.s.w.

Da die Förderung der gesamten Persönlichkeit im Vordergrund steht, brauchen sensible Kinder reelle Herausforderungen, die es ihnen ermöglichen, Resilienz zu erwerben und stark zu werden (vgl. Projektdokumentation „Mut macht Schule“).

Gesundheitserziehung

Gesundheitserziehung

Der Begriff Gesundheitserziehung umfasst mehrere Aspekte des täglichen Lebens. So wird sowohl der hygienische Bereich, die Körperwahrnehmung, die Ernährung und das eigene Empfindung für Sauberkeit unter diesem Begriff zusammengefasst.

1 Selbstversorgung

2 Sauberkeitserziehung

3 Hygieneerziehung

4 Sensibilisierung für den eigenen Körper

5 Interesse für gesunde Ernährung wecken

6 Sexualerziehung

Es ist wichtig, den Kindern ein gewisses Maß an Umgangsformen, Tisch-, und Sauberkeitsregeln näher zu bringen.

Durch gezielte Angebote werden den Kindern der Umgang mit Hygiene und gesunde Ernährung näher gebracht. Dies geschieht durch:

• Regelmäßiges Händewaschen nach dem Toilettengang und vor den Mahlzeiten

• Zähneputzen nach den Mahlzeiten

• Jährlicher Besuch der Zahnärztin

• Zubereiten von Speisen in Kleingruppen

• Gemeinsames gesundes Frühstück

• Abspülen des benutzten Geschirrs und ordentlich hinterlassenen Essensplatz

• Verschiedene Dienste der Kinder (Blumendienst, Tisch decken...)

Bei gemeinsamen Festen oder bei regelmäßigen gesunden Frühstücken achten wir auf eine stilvolle Atmosphäre, welche durch einen schön gedeckten Tisch mit Servietten, oder Kerzen geschaffen wird. Auch auf die Einhaltung von Tischregeln und den richtigen Umgang mit Besteck wird geachtet.

Im Kindergarten ist es uns ein Anliegen die Kinder für eine gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Dies geschieht durch Aufklärung in Gesprächen (z. B. woher kommt unser Essen? Wie können wir es zubereiten? Was heißt eigentlich Biokost?) und durch verschiedene Tischspiele.

Körper- und Sinneswahrnehmung

Bewegung ist ein eigener, elementarer Bildungsbereich, der die grundlegenden Orientierungen im Raum, im Körper und im Handeln vermittelt. Bewegungserfahrungen strukturieren nicht nur praktische Tätigkeiten und ihre inneren Handlungsmuster, sondern liegen auch den Vorstellungen von einer bewegten Welt zugrunde. Damit bilden sie die Basis der Selbst- und Weltbilder, die Kinder entwickeln. Als solche werden sie auch zu einem wichtigen Ausgangspunkt für sprachliches Denken. Von Geburt an sind die Körperwahrnehmungen bestens ausgebildet. Es handelt sich um die Haut, die auf Druck, Temperatur und Feuchtigkeit reagiert, um die Wahrnehmung der inneren Organe und ihrer Funktionen, ohne die wir unsere Befindlichkeit und Leistungsgrenzen nicht erkennen können, um den Umgang mit unseren Muskeln und Sehnen, die den Bewegungsablauf steuern sowie das Empfinden der Schwerkraft über das Gleichgewichtsorgan. Diese sensorischen und motorischen Leiberfahrungen bilden bereits beim kleinen Kind die Grundlage, auf der sich die anderen Sinne entwickeln.

1 Sich der eigenen körperlichen Möglichkeiten bewusst sein

2 Sich im eigenen Körper wohl fühlen und Lust und Unlust ausdrücken können

3 Lust an Bewegung haben und sich körperlich ausprobieren

4 Eigene sexuelle Bedürfnisse lustvoll ausleben können

5 Essen genießen und auswählen können

6 Eigene Grenzen vertreten und Grenzen anderer akzeptieren

7 Körperliche Geschicklichkeit erlangen

8 Eigene Stärken ausbauen wollen

9 Körperkontakt mit anderen suchen und genießen können

10 Sich seiner Identität als Mädchen oder Junge bewusst werden

11 Schwierige Bewegungsherausforderungen meistern

12 Ein Bewusstsein von den eigenen Entwicklungsmöglichkeiten anbahnen

Aufgaben der Pädagogen

In der CJD Nürnberg - St. Bonifaz Kindertagesstätte wird mindestens einmal jährlich, in der Regel zweimal jährlich, ein zweitägiger Mitarbeiter-Workshop angestrebt, in dem aktuelle pädagogische Aufgaben diskutiert und in ihrer Umsetzung erarbeitet werden.

Monatlich finden Fallbesprechungen statt.

Weiterbildungen im musischen, sowie sprachlichen Bereich werden im Moment besucht. Alle Pädagogen sollen auch weiterhin die Bereitschaft haben sich fortzubilden und auf den neusten Stand zu bringen.

Grundsätzlich gelten die in Teil 2, Kapitel 8 des Bildungs- und Erziehungsplans dargelegten Schlüsselprozesse.