Pädagogische Schwerpunkte / Konzeption

Werteorientierung und ReligiositÀt

Ethische und religiöse Bildung und Erziehung unterstĂŒtzen die Kinder in der Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens. Kinder erweisen sich bei der Suche nach dem Sinn und Wert ihrer selbst, bei Fragen nach Leben und Tod sowie in schwierigen Lebenssituationen als kleine Philosophen und Theologen. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen stĂ€rkt sie in der Ausbildung einer eigenen Urteils- und BewertungsfĂ€higkeit und hilft schwierige Situationen, ÜbergĂ€nge und Krisen zu bewĂ€ltigen.

Kinder wachsen heute in einem gesellschaftlichen Umfeld auf, das durch eine Vielfalt von Religionszugehörigkeiten und religiösen Angeboten sowie durch Menschen ohne religiöses Bekenntnis gekennzeichnet ist. Es ist wichtig fĂŒr sie, verschiedene Glaubensformen und Weltanschauungen kennen zu lernen, um ein eigenes Sinn- und Wertesystem aufbauen zu können.

DarĂŒber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, bereits frĂŒh eine Grundhaltung zu fördern, welche die IndividualitĂ€t und Verschiedenheit in Bezug auf religiöse Weltanschauungen als wertvoll erachtet und es Kindern ermöglicht, sich selbst und anderen mit Achtung zu begegnen. Hierzu ist es wichtig, sich mit verschiedenen Formen von Religion und Glaube auseinander zu setzen, Unterschiede wahrzunehmen und sich der eigenen religiös-weltanschaulichen IdentitĂ€t bewusst zu werden.

Wir, die Johanniter, legen als christlicher TrÀger vor allem Wert auf gegenseitige Achtung, Toleranz, WertschÀtzung und Liebe zum Leben.

Emotionale und soziale Kompetenzen

Dies sind wichtige Voraussetzungen, sich in eine soziale Gemeinschaft integrieren zu können. Kinder entwickeln sie nur in der Interaktion mit anderen. Hierbei spielen ihre Bezugspersonen eine entscheidende Rolle.

Kinder, die positive tragfĂ€hige Beziehungen zu mehreren Bezugspersonen aufbauen, verfĂŒgen ĂŒber die notwendige Sicherheit, die Welt autonom und selbstbewusst zu entdecken und die FĂ€higkeit, Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen.

Den Umgang mit ihren eigenen GefĂŒhlen und denen anderer Menschen mĂŒssen Kinder erst erlernen. Stabile Beziehungen begĂŒnstigen das Zeigen von Emotionen, die Emotionsregulation, die Reflektion der Emotionen sowie die FĂ€higkeit, sich in andere hineinzuversetzen.

FĂŒr Kinder ist es wichtig, bereits frĂŒh einen kompetenten Umgang mit Verlust und Trauer zu erlernen. Konflikte gehören zum Leben und sollten nicht unterdrĂŒckt werden. Positiv bewĂ€ltigte Konflikte machen Kinder stark und wirken sich positiv auf ihr Sozialverhalten aus.

Das Kind soll Werthaltungen sich selbst und anderen gegenĂŒber entwickeln können (FĂŒrsorglichkeit, MitempfindungsfĂ€higkeit, Achtsamkeit, VerantwortungsfĂ€higkeit)

„Die Natur ist Balsam fĂŒr die Seele“

Der Wald ist ein Ort der Stille und Ruhe, und wirkt ReizĂŒberflutungen entgegen.

Das weinige vorgefertigte Spielmaterial regt die Kinder stĂ€rker zum gemeinsamen miteinander an. Der Wald ist nicht perfekt, die Kinder mĂŒssen sich nach ihm richten und somit wird die Frustrationstolleranz gestĂ€rkt.

Durch den großen Bewegungsradius können sich Kinder zurĂŒckziehen und sich Ruhe schaffen.

Sprache und Literacy

Die sprachliche Bildung der Kinder beginnt bereits in den ersten Lebenswochen und ist ein kontinuierlicher und langfristiger Prozess. Die Sprache ist eine SchlĂŒsselqualifikation und fĂŒr das spĂ€tere Leben von enormer Bedeutung. Sie ist nicht nur Voraussetzung fĂŒr den Wissensaufbau, sondern auch nötig fĂŒr die volle Teilhabe am gesellschaftlichen interkulturellen Leben. Zur Sprachkompetenz gehören die nonverbalen Aspekte von Sprache und Kommunikation, die Motivation und FĂ€higkeit zur mĂŒndlichen Kommunikation und die Entwicklung von Literacy. Darunter versteht man die Lese- und Schreibkompetenz, wobei hierbei auch jene Grundfertigkeiten eingeschlossen sind, welche zu lernen sind, bevor das Kind mit dem Lesen und Schreiben beginnt. Literacy ist demnach als ein Prozess zu sehen, welcher sehr frĂŒh beginnt und ein Leben lang anhĂ€lt.

Die allgemein gefassten Ziele fĂŒr den sprachlichen Bereich sind folgende:

-Das Kind soll die FĂ€higkeit entwickeln, sich sprachlich mitzuteilen und mit anderen auszutauschen, sich verbal und nonverbal auszudrĂŒcken und sich ohne Hemmungen zu verstĂ€ndigen.

-Die Literacy bezogenen Interessen und Kompetenzen der Kinder werden unterstĂŒtzt. D.h. auch die Entwicklung von Freude an Laut- und Wortspielen, Reimen, Geschichten und die Entwicklung eines differenzierten phonologischen Bewusstseins.

Bei der Arbeit mit den Kindern ist es uns besonders wichtig, die Kinder in einer zwangsfreien AtmosphĂ€re zu sprachlichen Äußerungen zu motivieren. Wichtig ist es, dass Kinder lernen, InteressengegensĂ€tze und Konflikte zunehmend sprachlich auszuhandeln und eigene BedĂŒrfnisse, Gedanke und Erlebnisse mitteilen zu lernen. Ziel ist es, bei den Kindern die FĂ€higkeit zum Dialog zu erreichen, zu fördern und weiterzuentwickeln.

Insbesondere werden alle Kinder mit besonderem Sprachförderbedarf, unabhÀngig von ihrer Herkunft und Religion, von Anfang an in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert.

Die sprachliche Entwicklung des Kindes wird nach Art. 5 BayIntG Abs. 2 fĂŒr Vorschulkinder mit den unter 4.3 genannten Instrumenten durchgefĂŒhrt und dient als Grundlage fĂŒr die Empfehlung des Vorkurses Deutsch.

Die sprachlichen FÀhigkeiten der Kinder werden von uns unter anderem mit folgenden Methoden gefördert:

-Das pĂ€dagogische Personal der Einrichtung achtet im Kontakt mit den Kindern auf sprachförderliches Verhalten; d. h. beispielsweise, dass auf die Äußerungen der Kinder eingegangen wird, Handlungen sprachlich begleitet werden etc.

-Das Personal ist sich stets bewusst, dass es fĂŒr die Kinder ein Sprachvorbild ist.

-TĂ€glich werden Sprachspiele wie Reime, TischsprĂŒche, Fingerspiele, Lieder, etc. angeboten.

-Bei der dialogorientierten Bilderbuchbetrachtung, dem Vorlesen und GeschichtenerzÀhlen werden der Wortschatz und die AusdrucksfÀhigkeit der Kinder verbessert. LÀngerfristig wirkt sich dies auch positiv auf das Lesen lernen, die Leselust und das Zuhören können aus.

-Vorkurs Deutsch

Digitale Medien

Der Grundstein fĂŒr einen kompetenten Umgang mit Medien kann bereits im Kindergarten gelegt werden. Kinder bringen in der Regel eine ganze Reihe von Medienerfahrungen mit in den Kindergarten. Mit BilderbĂŒchern, Hörspiel-CDs, Fernsehen, Radio, Foto und Computer sowie Smartphone und Tablets sind viele Kinder bereits vertraut oder haben zumindest erste Erfahrungen damit gemacht. Daraus ergeben sich zahlreiche AnknĂŒpfungspunkte fĂŒr die Medienbildung.

Medienbildung in dem Kindergarten soll den selbstbestimmten, aktiven, reflektierten und kreativen Umgang mit Medien fördern. Zur Medienkompetenz gehört deshalb das Wissen ĂŒber Medien genauso wie die Reflexion der eigenen Mediennutzung und nicht zuletzt die FĂ€higkeit, Medien aktiv und kreativ als Werkzeug fĂŒr die eigenen Interessen einsetzen zu können. Da Medien in den Familien hauptsĂ€chlich rezeptiv genutzt, also konsumiert werden, bleibt dieses Handlungsfeld meist den Kindertageseinrichtungen ĂŒberlassen.

FĂŒr Kinder ist es wichtig, sich ĂŒber ihre Medienerlebnisse auszutauschen, um die Bilder und Geschichten einzuordnen, denen sie dort begegnen. Im Rollenspiel oder beim Zeichnen können sie das Erlebte ausdrĂŒcken, wiedergeben und so emotional verarbeiten. DafĂŒr bieten wir die entsprechenden Möglichkeiten. Gemeinsam können sich die Kinder auch darĂŒber austauschen, was einem an bestimmten Medienhelden gefĂ€llt und wie man zum Beispiel damit umgehen kann, wenn man sich beim Fernsehen gruselt. Die Unterscheidung zwischen Fiktion und RealitĂ€t gehört zu den Entwicklungsaufgaben von Kindern in dieser Altersgruppe, nicht nur, aber auch in Bezug auf Medien. Was ist echt - was gibt es nicht? Medien machen es fĂŒr Kinder schwierig, den RealitĂ€tsbezug richtig einschĂ€tzen zu können, schließlich sieht in Filmen alles so real aus.

Wir setzen im Rahmen unserer pĂ€dagogischen Angebotsplanung regelmĂ€ĂŸig verschiedene Medien ein und ĂŒben mit den Kindern den adĂ€quaten Umgang oder stellen Medien zur selbstbestimmten Nutzung zur VerfĂŒgung. Bilder- und SachbĂŒcher werden im Freispiel zugĂ€nglich gemacht oder bewusst fĂŒr unsere Projektarbeit eigesetzt. CDs werden fĂŒr Traumreisen und fĂŒr verschiedene Bewegungsangebote genutzt oder den Kindern zur VerfĂŒgung gestellt um Hörspiele anzuhören.

Ein wichtiges Lernfeld der Medienbildung ist fĂŒr uns auch, dass wir den Kindern beibringen, BĂŒcher, CDs und GerĂ€te pfleglich zu behandeln und sachgemĂ€ĂŸ zu benutzen.

In den Wintermonaten besuchen wir regelmĂ€ĂŸig die GemeindebĂŒcherei, leihen mit den Kindern verschiedene Medien aus und verbringen dann damit den Vormittag in unserem gemĂŒtlichen Waldwagen.

Mathematische Bildung

Die Welt, in der Kinder aufwachsen, ist voller Mathematik. Geometrische Formen, Zahlen und Mengen lassen sich ĂŒberall entdecken. Mathematische Methoden helfen, Dinge zu ordnen und zu strukturieren sowie Lösungen fĂŒr alltĂ€gliche Problemen zu finden. Durch die Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten und GesetzmĂ€ĂŸigkeiten machen Kinder die Erfahrung von BestĂ€ndigkeit, VerlĂ€sslichkeit und Wiederholbarkeit.

Mathematische Kompetenzen sollten frĂŒhzeitig und nachhaltig in der Interaktion mit Bezugspersonen gefördert werden. Mathematische Bildung beginnt, sobald Erwachsene im Alltag die Aufmerksamkeit des Kindes auf mathematische Aspekte lenken. Hierzu zĂ€hlen RegelmĂ€ĂŸigkeiten, Ordnungsstrukturen, Rhythmen, Muster, Formen, Zahlen, Mengen, GrĂ¶ĂŸen, Gewicht, Zeit und Raum, MessvorgĂ€nge, rĂ€umliche Wahrnehmung etc. Bei der Gestaltung mathematischer Lernprozesse sind individuelle Unterschiede bei Lernstrategien und Aneignungsmöglichkeiten zu berĂŒcksichtigen, nicht hingegen geschlechtsspezifische Unterschiede allgemein zu unterstellen. (Auszug aus STMAS)

Mathematische Bildung hat eine zentrale Bedeutung. Wir wollen bei allen Kindern die vorhandene Neugier und den natĂŒrlichen Entdeckungsdrang hinsichtlich des Umgangs mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen fĂŒr die Aneignung mathematischer FĂ€higkeiten nutzen.

Beispiele:

-Erste Erfahrungen mit Geometrie (Dreieck, Quadrat, FlÀchen und Körper)

- MengenverstÀndnis entwickeln

- Erfahren verschiedener Raum-Lage-Positionen in Bezug auf den eigenen Körper sowie auf Objekte der Umgebung (Matschberg, BaumstĂ€mme, verschiedene UntergrĂŒnde)- Vergleichen, Klassifizieren und Ordnen von Materialien (Tannenzapfen, Äste, BlĂ€tter…)

- VerstĂ€ndnis von Relationen (z.B. grĂ¶ĂŸer/kleiner, schwerer/leichter)

- Vertrautheit mit Eigenschaften und Anwendungen der Zahlen

- Die Uhrzeit und Kalendarium erfahren und wahrnehmen

- Grundbegriffe der zeitlichen Ordnung kennen (z.B. vorher/nachher, gestern/heute/morgen)

- Erste Erfahrungen beim Wiegen, Messen, schĂŒtten und gießen (Alte Töpfe und Pfannen mit Erde und Sand befĂŒllen)

- entwickeln verschiedener LösungsansÀtze

- Das Kind lernt mit allen Sinnen und hat somit die Möglichkeit, ZusammenhÀnge zu erkennen und nachzuvollziehen

Naturwissenschaftliche und Technische Bildung

Naturwissenschaften und Technik prĂ€gen unser tĂ€gliches Leben und ĂŒben großen Einfluss auf unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung aus. Kinder jeglichen Alters zeigen ein hohes Interesse an AlltagsphĂ€nomenen der belebten und unbelebten Natur und an Technik. Sie sind bestrebt, nachzuforschen und herauszufinden, „warum das so ist“ oder „wie etwas funktioniert“.

Kinder sind Meister im Fragen. Ihre Fragen signalisieren ihre Wissbegier und Motivation, die fĂŒr sie noch unerklĂ€rlichen Dinge in ihrer Umgebung zu verstehen. Sie haben Spaß und Freude am Beobachten, Experimentieren und Forschen. Die Begeisterung fĂŒr Naturwissenschaften und Technik liegt bei allen Kindern vor, unabhĂ€ngig vom Geschlecht. Es gilt sie durch ein attraktives Lernangebot zu unterstĂŒtzen.

Dazu gehört zum Beispiel, sich in Tageseinrichtungen fĂŒr Kinder mit Eigenschaften verschiedener Stoffe, Energieformen, Akustik und Optik, physikalischen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten, Raum, Zeit, Temperatur, Naturgesetzen, technischen GerĂ€tschaften und dem Umgang mit Werkzeugen auseinander zu setzen.

Beispiele:

- Eigenschaften verschiedener Stoffe kennen lernen (z.B. Waldboden, Nadeln und BlÀtter, Moos, Lehm, Erde, Eis und Wasser

- GĂ€rtnerische TĂ€tigkeiten wie SĂ€en, Pflege und Ernten von FrĂŒchten in eigenen Beeten, Beobachtungen von Pflanzen und Tieren, auch auf SpaziergĂ€ngen in der nĂ€heren Umgebung

- Konstruieren und gestalten mit Naturmaterialien wie z.B. Holz, Lehm, Steine, Sand, Schlamm, Tannenzapfen, BlÀtter

- Umgang mit Lupe, Schnitzmesser

- Experimente mit „Fred“

Umweltbildung- und -erziehung

Die Umwelt ist im Waldkindergarten das A und O.

Wir nutzen ihn als Spielraum und zur Wissenserweiterung. In der Natur- und UmweltpĂ€dagogik wird Wissen ĂŒber die Natur und die ökologischen ZusammenhĂ€nge anhand praktischer Erfahrungen vermittelt. Es soll eine Grundlage fĂŒr ökologisch sinnvolles Handeln gelegt werden, Interesse und Freude an der Natur geweckt werden, aber auch die Grenzen aufgezeigt werden. Durch Spaß soll vermittelt werden, dass Natur immer mit verantwortlichen Handeln verbunden ist. Ein Waldkindergarten ist eine besondere Form der NaturpĂ€dagogik. Die Kinder erfahren die Natur tĂ€glich mit ihren verschiedenen Wetterbedingungen. Sie bemerken die Wechsel der Jahreszeiten und die VerĂ€nderungen die sich daraus ergeben. Sie erfahren ihn mit dem ganzen Körper durch WĂ€rme, KĂ€lte, NĂ€sse, Barfußgehen, Hören, Beobachtung usw… Die Kinder werden jeden Tag fĂŒr das Thema Natur und Umwelt sensibilisiert. Man bespricht die Waldregeln im Morgenkreis, man entdeckt Tiere, findet verletzte BĂ€ume, sammelt MĂŒll usw. Die Kinder verstehen, dass wir „GĂ€ste“ im Wald sind und ihn somit auch schĂŒtzen wollen. Sie fĂŒhlen dabei, welchen unschĂ€tzbaren Wert der Wald fĂŒr Menschen, Tiere und Pflanzen hat und lernen, behutsam mit Lebendigen umzugehen. Ihre Erlebnisse im Waldkindergarten fĂŒhren sie zu WertschĂ€tzung und Liebe fĂŒr die natĂŒrliche Umwelt, wodurch sie auch spĂ€ter, im Erwachsenen alter, Verantwortung zu Schutz des Lebens ĂŒbernehmen.

Beispiele:

-Aktiver Einbezug bei der MĂŒlltrennung: Recycling, Besuch des Wertstoffhofes

- Umweltaktionen der Kommunen wie „Ramadama“

- Beobachtungen von VorgÀngen in der Umwelt. (Wetter, Natur, Wachstum, Jahreszeiten, etc.)

- gemeinsame Gartenarbeit, Bepflanzung und Pflege der Beete. (Ernte, Verarbeitung der Erzeugnisse)

Musikalische Bildung und Erziehung

Kinder zeigen von Geburt an Interesse an Musik. Sie haben Freude daran, den GerÀuschen, Tönen und KlÀngen in ihrer Umgebung zu lauschen, diese selbst zu produzieren sowie die Klangeigenschaften von Materialien aktiv zu erforschen. Gehörte Musik setzen Kinder in der Regel spontan in Tanz und Bewegung um. Sie erforschen aktiv die Klangeigenschaften von Materialien und lauschen aufmerksam den KlÀngen ihrer Umgebung. Durch die verschiedenen musikalischen TÀtigkeiten werden Gehör, Stimme, Atmungsorgane und Bewegungsapparat der Kinder in spezifischer Weise ausgebildet.

Ziel der musikalisch-rhythmischen Erziehung ist es, dem Kind den spielerischen Umgang mit der Sprache und ihren musikalischen Elementen zu ermöglichen und seinen Sinn fĂŒr KlangqualitĂ€t, Rhythmus und Melodie zu entwickeln und auszubauen. (MerkfĂ€higkeit) Das Konzentrations- und Reaktionsvermögen im Hören und Reagieren auf GerĂ€usche, KlĂ€nge und Rhythmen ist zu fördern und das richtige VerhĂ€ltnis von Spannung und Entspannung zu erfahren.

Musik steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern ist auch ein Mittel, um Fantasie und KreativitĂ€t zum Ausdruck zu bringen. Aber auch das Selbstbewusstsein zu stĂ€rken und extrinsische Reize besser zu verarbeiten Gemeinsames Singen und Musizieren stĂ€rkt die soziale Kompetenz und fördert die Sprachentwicklung. Begegnungen mit Musik aus dem eigenen und aus anderen Kulturkreisen leisten wichtige BeitrĂ€ge fĂŒr die Pflege der eigenen Tradition und die interkulturelle Begegnung und VerstĂ€ndigung. Musik trainiert außerdem das aktive Zuhören, das fĂŒr Lernen und Verstehen bedeutsam ist.

Im Rahmen der musikalischen Bildung und Erziehung sollen Kinder die Welt der Musik in ihrem Reichtum und ihrer Vielgestaltigkeit erfahren und Gelegenheit erhalten, sich in ihr selbsttÀtig und gemeinsam zu bewegen. Musikalische Bildung und Erziehung sprechen die gesamte Persönlichkeitsentwicklung des Kindes an. (AbhÀngig vom Entwicklungsstand und Tempo des Kindes) Optimal ist ein Gleichgewicht aus Hören, Singen, Musizieren, sich zur Musik bewegen und dabei mit anderen in Kontakt kommen.

- Herstellen von verschiedenen Klanginstrumenten

- „Musik in der Natur“ wie, Tierstimmen, BlĂ€tter rauschen, Wasser plĂ€tschern

- Lauschen der Klangschale

- Körpereigene GerÀusche wie, klatschen, stampfen, patschen, schnipsen usw.

Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung

KreativitĂ€t ist die FĂ€higkeit, im Denken neue, auch unerwartete und ĂŒberraschende Wege zu gehen. Die KreativitĂ€t von Kindern stĂ€rken und fördern heißt auch, ihnen die Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu ermöglichen. (IndividualitĂ€t)

Zum Bereich KreativitĂ€t gehört zum einen das bildnerische und darstellende Gestalten und zum anderen die Entwicklung der WahrnehmungsfĂ€higkeit und das Erleben der Kunst. Die soziale, emotionale und kognitive Kompetenz des Kindes wird zugleich gefördert, indem gemeinsam gestalterische Aktionen in Kleingruppen durchgefĂŒhrt werden (z.B. Collage, verschiedene Epochen, Stilrichtungen, Gestaltungstechniken).

Das Kind erlebt WertschĂ€tzung, Anerkennung, Freude und Gestaltungslust als Voraussetzung fĂŒr kreatives, phantasievolles Spielen, Arbeiten und Lernen.

Ausgangspunkt der Ă€sthetischen Bildung sind die fĂŒnf Sinne: riechen, schmecken, hören, sehen, tasten. So werden beispielsweise Farben und Formen wahrgenommen, verarbeitet und emotional besetzt. Angebote zu diesem Bildungsbereich greifen diesen Prozess auf und vereinen so Kopf (Kognition), Herz (Emotion) und Hand (Motorik) der Kinder.

Dem Kind wird ein spielerischer Umgang mit Materialien und Objekten ermöglicht. Es lernt die Beschaffenheit der diversen Arbeitsmaterialien und die Möglichkeiten, die der Umgang mit ihnen bietet, kennen. Unsere Angebote geben den Kindern die Möglichkeit, sowohl in EigenaktivitÀt als auch mit Anleitung verschiedenste Materialien zu erforschen.

Das Kind entdeckt und entwickelt eigene kreative FĂ€higkeiten. Es entwickelt einen Blick fĂŒr Schönes (Ästhetik) und hat Freude am Entstehen und „Schaffen“.

Beispiele:

- Matschen, Drucken, Schnitzen, HĂ€mmern, SĂ€gen

- Schönheit der Natur erkennen von Farben und Formen z.B. HerbstblÀtter, Wiesen, Blumen usw

- Erfahrungen mit verschiedenen Natur- und Kulturmaterialien z.B. Farbe, Sand, Steine, Holz, Lehm usw

Bewegungserziehung und -förderung, Sport

Kinder brauchen Gelegenheiten ihre natĂŒrliche Bewegungsfreude auszuleben. Die Bewegungserziehung stĂ€rkt die Gesamtentwicklung des Kindes; dies wird in der Kindereinrichtung durch die Förderung der Basiskompetenzen, insbesondere emotionale StabilitĂ€t, Selbstwirksamkeit, KreativitĂ€t, kognitive Kompetenz, selbstgesteuertes Lernen, Verantwortungsbewusstsein und KooperationsfĂ€higkeit weiterhin verfolgt. Durch die Steigerung der Bewegungssicherheit wird das SelbstwertgefĂŒhl des Kindes gestĂ€rkt.

Die Natur mit ihren unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten, schiefen Ebenen, StĂ€mmen zum Balancieren, BĂ€ume zum Klettern, PfĂŒtzen zum ĂŒberspringen usw, bietet den Kindern wunderbare Voraussetzungen, eines stĂ€ndigen, offenen Bewegungsangebotes. Die Kinder haben die Möglichkeit sich auszuprobieren, ihre Grenzen zu erfahren und können selbst bestimmen, wann und wie sie eine Herausforderung annehmen wollen.

Wenn die Kinder genĂŒgend Grobmotorische Erfahrungen gesammelt haben, beginnen sie von selbst ihre Feinmotorischen FĂ€higkeiten zu verfeinern. NatĂŒrlich bieten sich auch in der Natur viele Möglichkeiten hierzu, wie Beispielsweise das legen von Bildern mit Naturmaterialien. Um Tannennadeln, kleine Steine oder BlĂ€tter genau platzieren zu können, wenden die Kinder den Pinzetten Griff an. Je ausgeprĂ€gter die Feinmotorik ist, umso genauer wird gearbeitet. Die bestehenden Ressourcen werden durch mitgefĂŒhrte Materialien wie Werkzeug, Stifte, Papier, Scheren, SchnĂŒre, Knete usw gezielt unterstĂŒtzt.

Die Ziele, welche bei der Bewegungserziehung und -förderung in der Kindereinrichtung verfolgt werden, sind folgende:

 Das Kind wird in seiner Bewegungsfreude unterstĂŒtzt und erlangt zunehmend mehr Sicherheit in seiner Körperbeherrschung.

- Lernt seine eigenen Grenzen sowie die Grenzen im Umgang mit anderen kennen und achten.

- Eigene Kraft einschÀtzen und bewusst anwenden können.

- Die WahrnehmungsfÀhigkeit und der Gleichgewichtssinn sowie jegliche motorischen (Grob- und Feinmotorik) und koordinativen FÀhigkeiten werden gestÀrkt, gefördert und ausgebaut.

- Ein positives Selbstkonzept des Kindes wird durch Bewegungserfahrungen gestÀrkt.

- Soziale Beziehungen, insbesondere TeamfÀhigkeit, werden gestÀrkt.

- Das Kind erfÀhrt durch die Bewegung einen körperlichen Ausgleich und die Gesundheit/Ausdauer des Kindes wird positiv beeinflusst.

Gesundheitserziehung

Im Waldkindergarten WaldmĂ€use wird der natĂŒrliche Bewegungsdrang der Kinder ungehindert ausgelebt. Jedes Kinn kann sich in seinem Entwicklungsstand entsprechend die Schwierigkeit seines Bewegungsspieles wĂ€hlen, kann allein, durch Hilfe oder Anregung der Erwachsen vielfĂ€ltigste Bewegungsmöglichkeiten kennen lernen. Es hat dabei genĂŒgend Zeit und Raum, sich und seinen Körper aus zu probieren und die Signale des eigenen Körpers wahr zu nehmen. Diese Erfahrungen stĂ€rken Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination, Raum- Lage- VerstĂ€ndnis und Gleichgewichtssinn. Über das intensivere Körperbewusstsein, unmittelbares Erleben, eigene Erfahrungen mit allen Sinnen, das ausagieren von GefĂŒhlen, Stressabbau durch Bewegung, entwickeln die Kinder großes Selbstvertrauen und SelbstwertgefĂŒhl. Dies fĂŒhrt auch bei Kinder, die als „schwierig“ gelten, zu Körperlich- Seelischer StabilitĂ€t und ist eine der besten Voraussetzungen, spĂ€ter in der Gesellschaft konstruktiv und kreativ zu sein.

Beim tĂ€glichen Spiel herrscht immer eine angenehme LautstĂ€rke, da mehr Raum zur VerfĂŒgung steht und sich die GerĂ€usche im Wald einfach verlieren. Auch das Ausgesetzt sein von (Wind und Wetter), stĂ€rkt aus medizinischer Sicht das Immunsystem und bringt die Kinder dazu, auf die Signale des Körpers zu achten z.B. bei KĂ€lte zu schĂŒtzen und bei Hitze mehr zu trinken.

Hygienische Maßnahmen, wie das grĂŒndliche HĂ€ndewaschen vor Mahlzeiten, werden auch im Wald umgesetzt. Ebenso wird der Umgang mit Zecken, giftigen Pflanzen, KĂ€lte oder bei UnfĂ€llen mit den Kindern besprochen.

Wald- und Natur KindergĂ€rten bieten die Grundlage fĂŒr eine adĂ€quate, frĂŒhansetzende PrĂ€vention im Bereich des Sucht- und Aggressionsverhaltens: Jeder HĂŒgel erfordert zum ersteigen, herumturnen, rollen, jeder Graben zum darĂŒber springen usw. Die Kinder werden mit ihrem Körper vertraut, lernen ihre KrĂ€fte einzuschĂ€tzen, mit ihren StĂ€rken und SchwĂ€chen umzugehen und die Wichtigkeit eines gesunden Körpers zu schĂ€tzen.

Neben ausreichender Bewegung ist gesunde ErnÀhrung auch ein wichtiger Faktor, dass zur Gesundheit beitrÀgt. Hier thematisieren wir mit den Kindern die unterschiedlichsten saisonalen Lebensmittel und das gemeinsame zubereiten von Essen machen Lust auf gesunde ErnÀhrung.

Durch die reizarme Umgebung lernen die Kinder auch einmal Langeweile auszuhalten, selbst aktiv zu werden, kreativer Gestalter und nicht Konsument zu sein.

Von UnschĂ€tzbarem Wert ist auch das Erleben der Stille im Wald. Es fĂŒhrt zur Ruhe, Konzentration und innerer Ausgeglichenheit.

Einmal im Jahr besuchen die Kindergartenkinder auch die ZahnĂ€rztin im Rahmen eines Projektes der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V. (LAGZ). Es wird kindgerecht Prophylaxe gemacht und die richtige Zahnputztechnik geĂŒbt. Die Kinder bekommen als Geschenk eine ZahnbĂŒrste und einen Zahnbecher geschenkt