Pädagogische Ziele, Methoden und Aktivitäten

Soziales Lernen

"Kinder lernen nur mit Freude"

Kinder lernen, wie die neusten Hirnforschungen zeigen, intensiv von Geburt an. Vieles davon wird "nebenbei" gelernt.

Für Kinder ist eine positive Atmosphäre sehr entscheidend.

Sie lernen durch Vorbilder und Beispiele ihre Umwelt kennen und verstehen.

Den Alltag mit Kindern und Erwachsenen zu bewältigen, Konflikte zu lösen und zu kommunizieren ermöglicht ihnen, vielfältige Lernerfahrungen.

Deshalb hat bei uns die Partizipation (z.B. Abstimmen über Themen, Inhalte, Aktionen), eine entspannte Atmosphäre und die Projektarbeit einen besonderen Stellenwert.

Innerhalb einer Gruppe wird es dem Kind ermöglicht soziales Verhalten zu erlernen - sie erleben sich als Teil dieser Gruppe und entwickeln ein "Wir-Bewußtsein". Sie finden Regeln und Beachten deren Einhaltung; sie lernen Konflikte zu lösen, gewinnen Selbstsicherheit und Selbstachtung; Eigeninitiative und Leistungsfreude. Sie lernen "Andere" zu respektieren und als individuelle Persönlichkeit wahrzunehmen; sie erlangen Selbstsicherheit im Umgang mit Erwachsenen, fremden Umgebungen und neuen Lebensbereichen. Demokratisches Verhalten steht im Mittelpunkt.

Persönliche Fähigkeiten

Als wichtigste persönliche Fähigkeit betrachten wir das Selbstwertgefühl eines Menschen. Selbstvertrauen entsteht durch ein positives Umfeld, Liebe, Angenommensein, positive Verstärkung, Zuwendung, Unterstützung, Strukturen und Grenzen, erfahrene Gefühle und Vorbilder.

Wir leiten die Kinder zum selbständigen, selbstbewussten Handeln und demokratischen Entscheidungen an. Die Kinder erleben ein positives Umfeld, welches sie zur Entfaltung ihres Selbstbewusstseins benötigen.

Lernmethodische Kompetenz: Lernen - lernen

Lernmethodische Kompetenz ist der Grundstein für schulisches und lebenslanges, selbst gesteuertes Lernen

Lernmethodische Kompetenz baut auf vielen Basiskompetenzen auf, wie z. B. Denkfähigkeit, Gedächtnis, Kreativität, Werthaltung, moralische Urteilbildung, Verantwortungsübernahme.

Ziel ist es, die Kompetenzen, d. h. das erworbene Wissen anzuwenden und zu übertragen, die eigenen Lernprozesse wahrzunehmen, zu steuern und zu regulieren.

Soziale Fähigkeiten

Basiskompetenzen:

Der Mensch hat drei grundlegende psychologische Bedürfnisse:

1. Das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit, d. h. dass man sich anderen zugehörig, sich geliebt und respektiert fühlt.

2. Das Autonomieerleben, erlebt man, wenn man sich als Verursacher einer Handlung erlebt. Man handelt nicht fremd - sondern selbstgesteuert.

3. Kompetenz erlebt man, wenn man Aufgaben oder Probleme aus eigener Kraft bewältigt.

Die Befriedigung dieser Grundbedürfnisse ist entscheidend für das Wohlbefinden des Menschen und für seine Bereitschaft, sich in vollem Umfang seinen Aufgaben zuzuwenden.

Um in unserer Gesellschaft bestehen zu können, müssen die Kinder lernen soziale Beziehungen zu Kindern, Erwachsenen und ihrer Umwelt auf - und auszubauen.

Das Miteinander verlangt Respekt, Verantwortung, Konfliktbereitschaft, Wertschätzung, Kommunikation und vieles mehr...

Der Kindergarten bietet ein altersentsprechendes "Umfeld" sozialer Beziehungen.

Mädchen und Jungen; Groß und Klein; Klein und Gesamtgruppe - dieses tägliche Zusammentreffen bietet ein ideales soziales Umfeld für unsere Kinder.

Alltagsfähigkeiten

Kinder sind täglich verschiedenen Situationen ausgesetzt. Sie müssen viele Reize, Probleme und Anforderungen verarbeiten.

Diese müssen wahrgenommen und bearbeitet werden. Dabei entstehen Gefühle wie Frust oder Freude, Über- oder Unterforderung evtl. sogar Ängste.

Der Kindergartenalltag bietet Situationen um all dies zu erfahren.

Strukturen (Tagesablauf, Freispielzeit, Morgenkreis, Brotzeit, Beschäftigungen) und Regeln, aber auch Rituale (Gong zum Aufräumen, Signal zum Morgenkreis, Abläufe am Esstisch) helfen den Kindern Alltagsfähigkeiten zu entwickeln.

Kinder anderer Altersgruppen

Hervorzuheben sind die sozialen Lernmöglichkeiten für die Kinder. Orientierung an jüngeren und älteren Kindern ist möglich. Kinder setzen sich hierbei ihre eigenen Enwicklungsschwerpunkte. Jüngere Kinder erhalten vielfältige Anregungen von den Älteren: Sie beobachten sehr intensiv und versuchen, deren Fertigkeiten nachzuahmen. Kinder lernen leichter von Kindern als von Erwachsenen, da die Entwicklungsunterschiede nicht unüberwindbar groß erscheinen. Ältere Kinder erhalten vielfälltige Anregungen von den jüngeren. Sie lernen viel durch Beobachtung und gewinnen so Sicherheit. In unserem Kindergarten werden Kinder ab frühestens 2,5 Jahren bis zum Schuleintritt in altersgemischten Gruppen betreut.

Mädchen und Jungen

Der Blick für die Lebenswelten von Jungen und Mädchen ist sensibilisiert und wird situativ eingesetzt. Berücksichtigung finden hierbei auch die unterschiedlichen Familienformen, die verschiedenen kulturellen Hintergründe und sozialen Unterschiede, unter denen Kinder aufwachsen.

Alle Kinder haben die gleichen Lerninhalte und Lernräume. Sie erfahren eine zeitlich und qualitativ gleichwertige Zuwendung und Aufmerksamkeit der Erzieherinnen; sie werden sowohl als Mitglieder ihrer Geschlechtergruppe als auch als Individuen gesehn.

Gruppenprozesse werden in unterschiedlichen Situationen beobachtet und geschlechtsbewusst analysiert. Die werden pädagogisch so gestaltet, dass Mädchen und Jungen einerseits Gelegenheit haben, Sicherheit in ihrer gleichgeschlechtlichen Gruppe zu erleben und Neues zu erproben und andererseits in gemischten Spiel- und Lerngruppen wechselseitigen Respekt erlangen.

Es wird sichergestellt, dass Überschreitungen von Geschlechternormen und Stereotypien zu keiner Diskriminierung oder Ausgrenzung führen.

Bei uns sind Mädchen und Jungen gleichwertig und gleichberechtigt.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden mit Wertschätzung behandelt.

Interkulturelles Lernen

Interkulturelle Erziehung hat eine individuelle und eine gesellschaftliche Dimension. Im Zuge von wachsender internationaler Mobilität und zunehmend mehrsprachigen und multikulturellen Gesellschaften ist interkulturelle Kompetenz in zweifacher Hinsicht ein wichtiges Bildungsziel:

- Sie eröffnet individuelle Lebens- und Berufschancen.

- Sie ist eine grundlegende Kompetenz für das konstruktive und friedliche Miteinander von Individien, Gruppen und Religionen mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Traditionen.

Werteorientierung und Religion

Die christliche Grundeinstellung - ein christliches Menschenbild/Nächstenliebe sind für uns unverzichtbare Voraussetzung für unsere pädagogische Arbeit.

Unser Miteinander äußert sich durch christliche Lebensformen wie:

-Bitten und Danken

-Freude bereiten

-Andere annehmen

-soziales Handeln

-gegenseiter Respekt

-gegenüber Mitmenschen und der Natur

und wird im täglichen Leben praktiziert.

Wir vermitteln religiöse Werte durch:

-tägliches Beten

-Singen religiöser Lieder

-feiern von Festen des religiösen Jahreskreises

-Bibelerzählungen etc.

Für die Vorschulkinder bieten wir religiöse Projekttage an.

Schwerpunkte des religiösen Projekts sind Geschichten aus dem Leben von Jesus. Die Erzählungen beginnen mit dem 12jährigen Jesus und enden mit der Auferstehungsfeier. Im Anschluß wird das religiöse Projekt unter dem Überbegriff "Mit Kindern Kirche leben" fortgesetzt.

Der Höhepunkt bzw. Projektabschluss ist die feierliche Abschlussandacht der Vorschulkinder in der Kirche.

Sprache

Spracherziehung:

Die Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten gehört zu den Kernelementen frühkindlicher Bildungsprozesse, vor allem weil über die Sprache soziale Beziehungen geknüpft werden. Zur Förderung der Sprachen gehören:

Die Erweiterung der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeit, des Wortschatzes und der Kommunikationsform. Durch gezielte Angebote, wie der Einsatz von Bilderbüchern, tägliche Gesprächsrunden, Vorlesen von Geschichten, Fingerspielen, Rätseln, Reimen und schulvorbereitenden Sprachübungen haben die Kinder Freude an der Sprache.

Für Migrationskinder sowie Kinder mit sprachlichen Defiziten findet zusätzlich ein Förderkurs statt.

Informations- und Kommunikationstechnik, Medien

Viel freies Sprechen ist uns sehr wichtig. Meinungen äußern und vertreten, Diskussionen und Abstimmungen werden stark hervorgehoben. Bei Streitfällen werden Kinder angehalten, ihre Sichtweise vorzutragen und verständlich zu machen. Friedliche Konfliktlösungen / Lösungsvorschläge sind uns wichtig. Das Spiel mit Waffen lehnen wir ab.

Medien:

Den Kindern unseres Kindergartens stehen verschiedenste Bücher zur Verfügung wie z.B:

-umfangreiche Sachbücher

-Bilderbücher

-Bastelbücher

Im musikalischen Bereich steht den Kindern ein CD-Player und eine große Auswahl an CD´s zur Verfügung.

Mathematik

Bevor die Kinder in die Schule kommen wird ihr natürlicher Entdeckungsdrang und ihre Neugierde auch hinsichtlich Zahlen, Mengen und geometrischer Formen geweckt.

Diese dienen der Aneignung mathematischer Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Vermittlung dieser mathematischen Inhalte erfolgt konkret mit vielen praktischen Beispielen und an Hand von Spielen.

Die Kinder:

-kennen und benennen Zahlen, Mengen und geometrische Formen im Alltag

-können die geometrischen Grundformen benennen und unterscheiden

-können Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Mengen und Formen beschreiben

-entwickeln ein Abstraktionsvermögen im Zahlenraum 1 - 20.

Naturwissenschaften und Technik

Kinder zeigen großes Interesse an Phänomenen der belebten und unbelebten Natur.

Dies zeigt sich allein schon an den vielen Warum-Fragen der Kinder.

Durch systematisches Beobachten, Vergleichen und Beschreiben nehmen sie naturwissenschaftliche und technische Vorgänge bewusst wahr.

Sie erfahren Größen-, Längen-, Gewichts-, Themperaturmessungen und einfache physikalische Gesetzmäßigkeiten.

Für die Vorschulkinder finden regelmäßige "Waldtage" statt.

Es werden einzeln Naturvorgänge bewusst erlebt und verschiedene Naturmateriallien im Detail kennengelernt.

Projektwochen zur Naturwissenschaft werden angeboten.

Umwelt

Bei Spaziergängen lernen die Kinder die Umgebung des Kindergartens, sowie öffentliche Einrichtungen kennen. Als katholischer Kindergarten achten wir auf eine Wertschätzung von Schöpfung und Natur. Die Erkenntnisse, welche die Kinder durch eigene Erlebnisse, Beobachtungen und Experimente gewonnen haben, unterstützen den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Bei der täglichen Mülltrennung helfen die Kinder aktiv mit.

Ästhetik, Kunst und Kultur

Ausgangspunkt der Ästhetik sind die 5 Sinne.

Lernen über die Sinne ist die Grundlage und der Ausgangspunkt jeglichen Wissens.

Durch künstlerische Bildung und Erziehung unter Zuhilfenahme auch von Musik wollen wir die Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit fördern.

Im Kindergartenalltag stehen verschiedenste Werkmateriallien, Verbindungsmateriallien und Werkzuge zu Verfügung. Außerdem besitzt unser Kindergarten eine Kinderwerkbank.

Musik

Durch Klanggeschichten, Singspiele, Kreisspiele und Tänze fördern wir die Fähigkeit der Kinder, Musik in rythmische Bewegung umzusetzen. Freude am gemeinsamen Singen, Taktgefühl und Wortschatz werden geweckt und gefördert.

Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport

Dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder wird Raum gegeben in gezielten Turnstunden und freier Turnhallen- und Gartennutzung. Das Kind soll sein Körpergefühl entdecken, sowie Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Sicherheit entwickeln. Sie erleben ihren Körper, haben Freude an Bewegung und lernen Bewegungsformen zu beherrschen.

Gesundheit

Die Vermittlung und Erfahrungen in Bezug auf gesunde Ernährung und Körperhygiene und deren praktische Durchführung in der Gruppe geschieht im täglichen Miteinander.

Sonstige

Projekte:

Verkehrserziehung: Diese Projektwoche findet jährlich statt. Hierbei werden die wichtigsten Verkehrsregeln besprochen. Das richtige Verhalten im Straßenverkehr wird erlernt. Eine Verkehrsbegehung mit einem Polizisten ist der Höhepunkt des Projektes.

Schule: Dieses Thema wird in den Gruppen intern behandelt. Es wird ein Schulbesuch stattfinde, bei dem die Vorschulkinder die Möglichkeit haben sich die Schule und auch einen Unterrichtstag genauer anzusehen.

Religiöses: Die Vorschulkinder erleben gemeinsam in kleinen Einheiten das Leben Jesu.

Sie erfahren wie er gelebt hat, wer ihn begleitet hat wer seine Freunde waren und was er mit seinen Freunden erlebt hat.

Wald: Einmal im Monat gehen die Vorschulkinder gemeinsam in den Wald, lernen ihn kennen und entdecken gemeinsam viele neue Dinge . Sie erfahren wer die Bewohner des Waldes sind, was er für uns bedeutet und wie man sich dort verhält.

Naturwissenschaftlich: Die Vorschulkinder erforschen gemeinsam welch faszinierende Dinge die Naturwissenschaften bieten. Sie experimentieren z.B. mit Farbe, Licht, Wasser und Optik. Auch hier treffen sich die Vorschulkinder regelmäßig.

Musik und Tanz: Die Vorschulkinder treffen sich in kleinen Gruppen zweimal im Monat um gemeinsam zu singen, zu tanzen, die Musik einmal anders als gewohnt zu erleben, zu erforschen und zu erfahren.

Hinweis: Artikel 19 BayKiBiG

Fördervoraussetzungen für Kindertageseinrichtungen

Der Förderanspruch in Bezug auf Kindertageseinrichtungen (Art.18 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 Alt.) setzt voraus, dass der Träger die Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit und die Bildungs- und Erziehungsziele (Art. 13) seiner träger- und einrichtungsbezogenen pädagogischen Konzeption zugrunde legt.