Pädagogische Schwerpunkte / Konzeption

Der Träger unserer Einrichtung ist das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Nürnberg Stadt. Aus diesem Grund ist die Philosophie des Roten Kreuzes zu unserem Grundsatz geworden. Er lautet: Gemäß dem Grundsatz der Menschlichkeit werden wir alles dafür tun, um die uns anvertrauten Kinder ohne Ansehen der Person, der sozialen Stellung, der Nationalität, Rasse und Religion unparteilich und neutral ganzheitlich zu eigenverantwortlichen Menschen zu erziehen, die selbständig und beziehungsfähig, wertorientiert und schöpferisch ihr weiteres Leben verantwortlich gestalten können, mit anderen Menschen friedfertig zusammenleben können und ihren Anforderungen gerecht werden. Die Sozial- und Friedenserziehung ist ein integraler Bestandteil unserer Kindergartenarbeit. Wir möchten die Kinder zu Offenheit und Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Menschen, gleich welcher Nationalität, anhalten.

Selbständigkeitserziehung

Der bedeutendste Grundsatz, den wir verfolgen, ist die Erziehung der Kinder zur Selbständigkeit. Wir glauben, dass jedes Kind von Geburt an über verschiedene Kompetenzen verfügt, die es in einem unterschiedlichen Tempo versucht auszubilden und zu erweitern.

So lassen wir den Kindern ihre eigenen Erfahrungen machen und alltägliche Experimente vollziehen ohne vorzeitig in das Geschehen einzugreifen. Auch Konflikte sollten in einem gewissen Maße selbständig gelöst werden. Dies schult auch nachträglich das Konfliktlösungsverhalten und wirkt sich positiv auf spätere Beziehungsmuster aus.

So ist auch unsere Ausstattung auf diese Bedürfnisse der Kinder ausgelegt und unterstützt in jeder Hinsicht die Ausbildung der eigenen Fähigkeiten der Kinder.

Die Bedeutung der freien Bewegungsentwicklung

Der Name Pikler steht für eine achtsame Haltung dem Kind gegenüber vom ersten Lebenstag an. Die Besonderheiten eines jeden Kindes werden berücksichtigt und im Umgang mit ihm seine Persönlichkeit gewahrt. So kann sich das Kind ganz nach seinen Bedürfnissen, geistig und körperlich in seinem individuellen Tempo entwickeln.

Emmi Pikler erkannte, dass hinter der Bewegungsentwicklung die Hauptaufgabe des Säuglings und Kleinkindes in den ersten Lebensjahren steht, und dass eine gelungene Bewegungsentwicklung die Voraussetzung für eine positive Persönlichkeitsentwicklung darstellt.

Die freie Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler beruht auf dem eigenständigen Vollziehen der Bewegungsmuster durch das Kind und verzichtet auf sämtliche externe Einflüsse. Durch die Eigenständigkeit des vollzogenen Entwicklungsschrittes im motorischen Bereich erlangt ein Säugling oder ein Kleinkind nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können. Wichtig ist nach diesem Konzept der Bewegungsentwicklung nicht das Ergebnis des eigentlichen Entwicklungsschrittes, sondern der Weg, wie der Säugling bzw. das Kleinkind diesen erreicht hat.

„Beziehungsvolle Pflege“ nach Emmi Pikler

Ein wichtiger Aspekt in unserer pädagogischen Arbeit ist die „Beziehungsvolle Pflege“.

Nach Emmi Pikler eignet sich die Pflegesituation von Säuglingen und Kleinkindern besonders gut, um eine Bindungsbeziehung aufzubauen. Sie sieht darin sogar eine wesentlich größere Möglichkeit mit Kindern in Beziehung zu treten als im Spiel. Bei der Pflege eines Kindes handelt es sich um eine natürliche und wiederkehrende Gelegenheit, mit ganzer Aufmerksamkeit beim Kind zu sein und dessen Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Daher ist es uns sehr wichtig, dass die Beziehung zwischen dem Kind und der Bezugsperson in der Kinderkrippe durch die liebevolle Pflege wechselseitig aufgebaut wird. Das Kind fühlt sich dadurch angenommen und geliebt.

Denn nimmt der Erwachsene die Bedürfnisse, Wünsche und Vorlieben des Kindes wahr und ist in der Lage darauf zu reagieren, fühlt sich das Kind schnell als kooperativer Partner und erlebt sich als einen wichtigen Teil dieser Wechselbeziehung.

Gruppenorientierung und Offene Arbeit

Kleinkinder brauchen sowohl die Geborgenheit einer überschaubaren Gruppe mit festen Bezugspersonen als auch den Freiraum, sich Spielpartner und Beschäftigungen selbst auswählen zu können. Wir arbeiten deshalb mit einer Mischung aus offener Arbeit und Gruppenzugehörigkeit.

Die Gruppenorientierung ermöglicht dem Kind ein Sicherheits- und Zugehörigkeitsgefühl und den Bezugspädagoginnen eine individuelle Beobachtung und Förderung.

Mit unserer offenen Arbeit möchten wir Kindern ein Umfeld schaffen, in dem sie Respekt vor ihren individuellen Wünschen und Gefühlen erfahren, ihren Impulsen und Interessen folgen und sich nach ihren Vorlieben zu Spiel- und Arbeitsgruppen zusammen schließen können.

Dadurch erfahren sie zum einen Geborgenheit und Vertrauen, zum anderen die Überwindung räumlicher und kreativer Grenzen.

Situationsorientierung

Um ein ganzheitliches Lernen zu ermöglichen, gehen wir gezielt auf die individuellen Anlagen jedes einzelnen Kindes ein. Nur durch das Angebot verschiedener Anreize und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, kann das Kind seine Potentiale positiv und optimal entfalten.

Entwicklung und Bildung zu fördern bedeutet in diesem Zusammenhang, Kindern bewusst Erfahrungen zugänglich zu machen und ihnen Wege des Lernens aufzuzeigen.

Durch den Situationsansatz in der Krippe gestehen wir den Kindern in ihrem Mirkokosmos die hinreichende Chance zu, in verschiedenen Bereichen selbständiger zu handeln, zu experimentieren, sich in Bewegungsabläufen zu irren und zu verbessern. Erst durch die Unterstützung dieser Lust und Neugierde kann das Kind eine positive Lösungsstrategie entwickeln, die zu einer Selbständigkeit in allen Bereichen des Alltages führt.

Die Eingewöhnung nach dem Berliner INFANS-Modell

Als Eingewöhnungszeit wird die erste Zeit eines Kleinkindes in der Einrichtung bezeichnet. Diese soll dem Kind einen möglichst behutsamen und schrittweisen Übergang von der Erziehung und Betreuung durch die Familie, in die stundenweise Betreuung durch die Kindertagesstätte ermöglichen.

Die Eingewöhnungszeit ist eine der wichtigsten und grundlegendsten Phasen im Krippenalltag, da von einer gelungenen Eingewöhnung in großem Maße abhängt, ob sich das Kind in der Krippe wohl fühlt.

Ziel der Eingewöhnungszeit ist es, das Kind, zunächst in Begleitung eines Elternteils als „sichere Basis“, mit der neuen Umgebung angstfrei vertraut zu machen, so dass es eine gute Bindungsbeziehung zur Erzieherin aufbauen kann.

Erst, wenn das Kind eine Erzieherin als „sichere Basis“ akzeptiert hat, ist die Eingewöhnungszeit abgeschlossen.

Durch diese Gewährleistung einer sicheren Bindung kann sich das Kind vollkommen seinem Explorationsverhalten und dem damit verbundenen Streben nach Autonomie widmen.

„Eine gesunde Entwicklung über den Lebenslauf braucht von Anfang an sowohl die Sicherheit der Exploration als auch die Sicherheit der Bindung.“

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